Als Schutzpatron der Pilger ist uns der heilige Jakobus der Ältere traditionell mit Stab, Hut und Muschel bekannt. Bemerkenswert ist jedoch ein Motiv, welches nur in den deutschsprachigen Regionen Europas vorkommt: die Pilgerkrönung. Es geht zurück auf ein Ritual in der Kathedrale von Santiago de Compostela. Dort war es üblich, dass Pilger eine Statue des Apostels am Hochalter fanden. Neben urkundlichen Erwähnungen belegen dies mehr als dreißig Darstellungen – und sie finden sich fast ausschließlich im südwestdeutschen Raum. Als besonders eindrucksvolles Beispiel gilt das spätromanische Sandsteinrelief am Choreingang des Freiburger Münsters. Es zeigt einen knieenden Pilger, welchem der Apostel die Krone aufsetzt.
Bemerkenswerterweise findet man im Freiburger Münster noch drei weitere Umsetzungen des seltenen Motivs: in der Vorhalle an der Konsole unter der Figur Ecclesia im Gewände (um 1280) sowie im Schmiedefenster im nördlichen Seitenschiff in der oberen Kreisrosette (um 1325/1330). Die späteste Darstellung befindet sich im Chorumgang im Fenster der Villingerkapelle. Jakobus, Namenspatron des Stifters, krönt Jakob Villinger von Schönenberg und dessen Frau vor der im Hintergrund abgebildeten Wallfahrtskirche in Santiago de Compostela.



