Hl. Hildegard von Bingen
17. September
Hildegard wurde im Jahr 1098 als Tochter des Edelfreien Hildebert von Bermersheim bei Alzey (Rheinhessen, südlich von Mainz) geboren. Mit ungefähr acht Jahren wurde sie in das Kloster Disibodenberg geschickt, wo sie von ihrer Verwandten Jutta von Sponheim erzogen wurde. Nach deren Tode 1136 übernahm Hildegard die Leitung der Frauengemeinschaft als Priorin. Im Jahre 1150 gründete sie ihr eigenes, heute nicht mehr vorhandenes Kloster auf dem Rupertsberg bei Bingen und war dort Äbtissin.
Seit dem Kindesalter hatte Hildegard Visionen, die sie dazu bewogen, mehrere religiöse Schriften zu verfassen. Auch wenn sie etwa die weltlichen Laster des Klerus verurteilte, stellte sie sich nie grundsätzlich gegen die Kirche. Durch ihre visionären Werke gilt sie als eine der größten deutschen Mystikerinnen. Berühmte Persönlichkeiten suchten ihren Rat, so auch Kaiser Friedrich Barbarossa in der Pfalz Ingelheim.
Hildegard eignete sich auch gründliche Kenntnisse in der Natur- und Heilkunde an. In ihren naturwissenschaftlichen Schriften katalogisierte sie an die 280 Pflanzen und Bäume und nannte deren Nutzen gegen Krankheiten und Leiden aller Art.
Trotz ihrer schwachen Konstitution erreichte Hildegard von Bingen ein hohes Alter. Sie starb am 17. September 1179 auf dem Rupertsberg und wurde zunächst in der dortigen Kirche beigesetzt. Später wurden ihre Gebeine nach Eibingen bei Rüdesheim übertragen, wo sie 1165 ein Tochterkloster gegründet hatte. Sie gilt als Patronin der Sprachforscher und Naturwissenschaftler.
Hildegard wird meist als Benediktineräbtissin dargestellt, im schwarzen Habit, am Schreibpult und mit einem Buch. Die aus ihrem Haupt schlagenden Flammen weisen auf ihre Visionen hin.
Autor: Ingo Gabor