Hl. Alexander

17. September (?) / 21. September (?)

Vergoldeter Reliquienschrein des heiligen Alexander in der Suter-Kapelle des Freiburger Münsters
Hl. Alexander, Schrein und Klosterarbeit, Suter-Kapelle, Münster ULF, Freiburg, 1752 Bildnachweis: Erzbischöfliches Ordinariat Freiburg i. Br., Bildarchiv, Aufnahme Jean Jeras
Gemälde der Reliquienübergabe durch Kardinal Ginetti an die Gebrüder Schächtelin; im Hintergrund das Martyrium Alexanders
Übergabe der Reliquien des hl. Alexander im Jahr 1650, Ölgemälde, Sakristei, Münster ULF, Freiburg, nach 1651 Bildnachweis: Aufnahme Thomas Grünewald (Restaurator, Waldkirch)

Der heilige Alexander ist als sogenannter Katakombenheiliger der ungewöhnlichste der Freiburger Stadtpatrone. Seine Gebeine wurden in den Katakomben der Priscilla in Rom geborgen und so ist nur wenig über ihn bekannt. Vermutlich handelte es sich um einen römischen Soldaten, der sich zum Christentum bekannt hatte und deshalb in Rom hingerichtet wurde. Nach Freiburg kamen seine Überreste 1650 mit dem Freiburger Stadtrat Georg Schächtelin und seinem Bruder Raphael, Vorsteher des hiesigen Kapuzinerklosters, und wurden am 21. September 1651 in einem feierlichen Zug ins Münster getragen. Die Übergabe der Reliquien durch Kardinal Ginetti an die Gebrüder Schächtelin ist auf einem Gemälde – mit der Darstellung seines Martyriums im Hintergrund – festgehalten, welches auch die Übertragung ins Münster dokumentiert.

1752 erhielt das Skelett den gläsernen, vergoldeten Schrein und wurde von den Dominikanerinnen des Klosters St. Katherina von Siena auf dem Graben in Freiburg prachtvoll eingekleidet. Mit den Goldstickereien, Perlen und zahllosen Granatsteinen reiht sich die Alexander-Reliquie in die Tradition des 17. Jahrhunderts ein, prachtvoll verzierte und eingekleidete Skelette von Katakombenheiligen auszustellen. Noch bis in die Sechzigerjahre wurde der Schrein bei der Fronleichnamsprozession mitgetragen, heute befindet er sich in der Suter-Kapelle.

Autorin: Jennifer Happ