Erzdiözese unterstützt Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch

09.10.2026 | Veranstaltungen im ehemaligen Kirchspiel Vimbuch und Weitenung

Vor etwa drei Jahren hat sich eine Gruppe von Betroffenen gebildet, die im ehemaligen Kirchspiel Vimbuch und Weitenung sexuellem Missbrauch durch den früheren Pfarrer M. M. ausgesetzt waren. Die Gruppe hat es sich zum Ziel gesetzt, einen wesentlichen Impuls zu einer Aufarbeitung der damaligen Situation zu setzen, Wissen zu sexualisierter Gewalt und ihren langfristigen Folgen sowie zu Möglichkeiten präventiven Handelns zu vermitteln und ein Bewusstsein für die Situation der Betroffenen zu schaffen, die bis heute unter dem leiden, was ihnen damals im Kindesalter angetan wurde.
 
Die Gruppe hat in einem gemeinsamen Prozess mit Pfarrer Thomas Fuchs (Vimbuch) und Verantwortlichen aus dem Erzbischöflichen Ordinariat Freiburg (Büro des Generalvikars) ein Konzept für drei geplante Veranstaltungen erarbeitet, die nun auch terminlich festgesetzt sind.

Veranstaltung 1:

Informationsabend mit den Themen:
Sexualisierte Gewalt erkennen - Täterstrategien verstehen / Trauma und seine langfristigen psychischen Folgen für Betroffene und deren Angehörige / Prävention stärken.
Termin: Mittwoch, 4. November 2026, 19:00 Uhr
Ort: wird noch bekanntgegeben
Referentin: Annette Heck, Sozialpädagogin und seit vielen Jahren Fachberaterin und Fachkraft für Prävention im Bereich sexualisierter Gewalt
Veranstalter: Lokale Betroffenengruppe in Kooperation mit Pfarrer Thomas Fuchs und der Erzdiözese Freiburg

Veranstaltung 2:

Wortgottesdienst
mit Erzbischof Stephan Burger, der auf die Geschehnisse von 1965 bis 1990 im Kirchspiel Vimbuch und Weitenung sowie die Rolle des Erzbischöflichen Ordinariats Freiburg in diesem Fall eingehen wird.  
Termin: Mittwoch, 18.11.2026, 18:30 Uhr
Ort: Pfarrkirche St. Johannes der Täufer in Bühl-Vimbuch
Veranstalter: Erzdiözese Freiburg in Zusammenarbeit mit Pfarrer Thomas Fuchs, Bühl-Vimbuch

Veranstaltung 3:

Informationsabend mit Themenbezug zum ehemaligen Kirchspiel Vimbuch und Weitenung:
damalige Situation des Wegschauens (Bystander Effekt), jahrzehntelange Tabuisierung des Missbrauchs, damaliges Priesterbild, „Vertuschung“ bzw. Umgang mit dem Täter/der Situation durch das Ordinariat
Termin: Mittwoch, 9.12.2026, 19:30 Uhr
Ort: wird noch bekanntgegeben
Referent: Prof. Dr. Magnus Striet, Professor für Fundamentaltheologie und philosophische Anthropologie an der theologischen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg, Vorsitzender der GE-Kommission zur Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in der Erzdiözese Freiburg.
Veranstalter: Erzdiözese Freiburg in Kooperation mit Pfarrer Thomas Fuchs und der lokalen Betroffenengruppe
 
Alle drei Veranstaltungen werden in einem geschützten Rahmen stattfinden: Der Umgang untereinander soll von Wertschätzung geprägt sein.  Auch ist für alle drei Abende eine entsprechend erfahrene und professionelle Begleitung vorgesehen. Die Erzdiözese Freiburg wie auch, in Person von Pfarrer Thomas Fuchs, die Pfarrei St. Bernhard Baden-Baden haben sich sehr bewusst in diesen Prozess eingebracht.
 
Die Erzdiözese teilt mit der Betroffenengruppe das Anliegen, dass Betroffene gehört und ihre fortdauernden Belastungen gesehen und besser verstanden werden. Sie teilt die Hoffnung, dass die bevorstehenden Veranstaltungen einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs im ehemaligen Kirchspiel Vimbuch und Weitenung leisten und eine Hilfe für letztlich alle in den Orten Lebenden sein können.
 
Die Betroffenengruppe informiert über sich und ihre Arbeit auf einer eigenen Homepage: www.missbrauchvimbuch.de.