Freiburg. Am 20. Oktober kamen Vertreter der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden K.d.Ö.R. (IRG Baden) für Gespräche im Weihbischof-Gnädinger-Haus und im Ordinariat nach Freiburg: Rami Suliman, Vorsitzender des Oberrats, und sein Stellvertreter, Dr. Robert Fritsch, wollten sich mit dem Geschäftsführer der IRG Baden, Thorsten Orgonas, über Kooperationsmöglichkeit insbesondere auf dem Gebiet der Altenbetreuung und Altenpflege informieren.
Der Austausch begann im Weihbischof-Gnädinger-Haus mit einer Führung durch die Diözesan-Caritasdirektorin, Ordinariatsrätin Birgit Schaer. Im anschließenden Gespräch konnten sie und Abteilungsleiter Benjamin Drescher über aktuelle Entwicklungen in der Altenbetreuung und -pflege informieren. Rami Suliman betonte, dass es eine zunehmend wichtigere Aufgabe der IRG Baden sei, die Versorgung und Betreuung älterer Menschen zu gewährleisten. „Nicht nur die Altersstruktur, auch die Herkunft vieler unserer Mitglieder stellt uns dabei vor Herausforderungen: Viele kommen aus ehemaligen GUS-Staaten und haben keine familiäre Verwurzelung hier in Baden.“ Nachdem einige Fragen und Details zu aktuellen Entwicklungen geklärt worden waren, kristallisierten sich erste Möglichkeiten einer engeren Kooperation heraus. „Sofern wir unterstützen können, werden wir es gerne ermöglichen und gemeinsam mit den Caritasverbänden vor Ort nach machbaren und guten Lösungen suchen“, versicherte Frau Schaer.
Danach fand ein Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden des Caritasverbands Freiburg-Stadt, Dr. Rainer Gantert, statt. Herr Gantert betonte, wie eng die Zusammenarbeit mit der Einheitsgemeinde direkt gegenüber des Caritasverbands in der Engelstraße ist: „Das betrifft auch die Frage der Altenpflege: Wenn Bedarfe da sind, versuchen wir zu helfen.“ Die Unterstützung reiche aber noch über die Altenbetreuung und Altenpflege hinaus, so sei der Bau einer Umzäunung der neuen Synagoge wesentlich vom Caritasverband vorangetrieben und umgesetzt worden. Rami Suliman dankte Herrn Gantert für die Unterstützung und Zusammenarbeit: „Ihre Hilfe könnte ein Vorbild auch für andere Städte sein!“
Am Ende stand noch ein kurzer Besuch bei Erzbischof Stephan Burger an, bei dem sich Rami Suliman und Robert Fritsch für die Zusammenarbeit mit der Erzdiözese, der Caritas, aber auch dem engen Austausch zwischen IRG Baden, Erzdiözese und Landeskirche bedankten. „Ich weiß nicht, wann die Kontakte so eng geworden sind, aber sie waren noch nie so gut wie heute“, beschied Rami Suliman und danke für die Unterstützung, gerade in der jetzigen Situation. Erzbischof Stephan ergänzte, dass es gerade angesichts des steigenden Antisemitismus, Rassismus und einer allseits spürbaren Polarisierung umso wichtiger sei, dass „Menschen guten Willens zusammenstehen und sich für ein friedvolles, offenes, respektvolles Zusammenleben einsetzen. Und meine Hoffnung ist, dass wir diese enge jüdisch-christliche Zusammenarbeit bald auch in eine jüdisch-christlich-muslimische Zusammenarbeit aller Menschen guten Willens aus diesen drei Religionen überführen können.“ Alle Anwesenden waren sich einig, dass es angesichts der gegenwärtigen politischen wie gesellschaftlichen Situation mehr als wünschenswert wäre, wenn es dazu kommt. „Die Grundlage dafür ist gegenseitiger Respekt und eine wechselseitige Anerkennung der Haltungen und Werte, die uns als religiöse Menschen ja auch verbinden“, brachte es Erzbischof Stephan auf den Punkt.
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