Heiligsprechung 1189
Patronat: Erzbistümer Berlin und Bamberg; gegen Fieber, gegen Tollwut
Otto wurde um das Jahr 1061 in Franken als Sohn einer vornehmen schwäbischen Familie geboren. Nach seiner Ausbildung an einer Klosterschule (vermutlich in Eichstätt) kam er an den Hof des polnischen Herzogs Wladislaw I. (um 1043–1102), wo er als Kaplan tätig war. 1091 rief ihn Kaiser Heinrich IV. an seinen Hof. Otto wirkte als Priester, als Kanzler und als Leiter der Speyerer Dombauhütte. Nach dem Tod des Bischofs Rupert von Bamberg im Jahr 1102 wurde Otto zu dessen Nachfolger ernannt; die Bischofsweihe empfing er 1106 durch Papst Paschalis II. Unter Otto erlebte das Bistum eine Blütezeit; zahlreiche Kirchen- und Klostergründungen sowie der Bau eines Spitals wurden von ihm veranlasst. Auch eine Klosterreform im Sinne der Benediktiner und Prämonstratenser ging auf Ottos Initiative zurück.
Bischof Otto unternahm 1124/25 und 1128 Missionsreisen nach Pommern, wo er dank seines diplomatischen Geschicks und seiner Kenntnis der polnischen Sprache erfolgreich den christlichen Glauben verbreitete und der Legende nach über 22.000 Menschen getauft haben soll. Von historischer Bedeutung ist Ottos Vermittlung im Investiturstreit zwischen Kaiser Heinrich IV. bzw. Heinrich V. und dem Papst, der mit dem Wormser Konkordat (an dessen Beschlüssen Otto mitgewirkt hatte) beigelegt wurde.
Am 30. Juni 1139 verstarb Otto in Bamberg und wurde seinem Wunsch gemäß in der Klosterkirche der Benediktiner in St. Michael bei Bamberg bestattet. Sein Grab wurde ein viel besuchter Wallfahrtsort. Am 29. April 1189 wurde Otto von Bamberg durch Papst Clemens III. heiliggesprochen.
Darstellung: als Bischof im Ornat
Attribute: Mitra, Buch, Kreuz, Stab, Kirchenmodell

Quelle: Herder-Verlag