Arnold Janssen

Namenstage: Arnold

Funktion: Heiliger, Priester, Missionar, Ordensgründer

Gedenktag: 15. Januar

besonders verehrt in Augsburg und Münster

Arnold Janssen, am 5. November 1837 in Goch im Rheinland geboren, genoss in seinem Elternhaus eine strenge und zutiefst religiöse Erziehung. Er besuchte das Bischöfliche Gymnasium in Gaesdonck nahe seiner Heimatstadt, um anschließend das Studium der Philosophie, der Mathematik und Naturwissenschaften sowie der Theologie zu absolvieren. Nach seiner Priesterweihe im Jahre 1861 war er als Gymnasiallehrer in Bocholt tätig.
1873 legte er jedoch sein Lehramt nieder, um die Zeitschrift »Kleiner Herz-Jesu-Bote« herauszugeben und so für den Aufbau einer deutschen Ausbildungsstätte für Missionare zu werben. Um seine Vision von der weltweiten Verbreitung des Glaubens verwirklichen zu können, sammelte er schließlich selbst Geld. Am 8. September 1875 weihte er das erste Missionshaus der »Gesellschaft des Göttlichen Wortes« (Societas Verbi Divini, SVD). Da aufgrund des Kulturkampfes unter Bismarck eine Gründung auf deutschem Boden nicht möglich war, wurde das niederländische Steyl an der deutschen Grenze als geeigneter Ort gewählt. Daher rührt auch die Bezeichnung »Steyler Missionare« für die Mitglieder des Ordens.
Janssen, der schon früh die Bedeutung der Presse für die Verbreitung des Glaubens erkannt hatte, gründete in Steyl eine Missionsdruckerei, die zugleich die wirtschaftliche Basis für sein Werk darstellte. Bereits 1879 wurden die ersten Glaubensboten nach China entsendet, darunter Josef Freinademetz (1852–1908, Heiliger).
Mit der Gründung von fünf weiteren Niederlassungen in Europa (Rom, Mödling bei Wien, Neisse in Polen, St. Wendel und Bischofshofen bei Salzburg) breitete sich das Missionswerk rasch aus. Das Arbeitsgebiet der Missionare erstreckte sich bald über Papua-Neuguinea, Togo, verschiedene Länder Südamerikas, Japan und die Philippinen. Janssen gründete auch zwei Schwesternkongregationen: 1889 die »Dienerinnen des Heiligen Geistes« (Steyler Missionsschwestern), 1896 die »Dienerinnen des Heiligen Geistes von der Ewigen Anbetung« (Steyler Klausurschwestern).
Als Arnold Janssen am 15. Januar 1909 in Steyl starb, wirkten die Steyler Missionare bereits in zehn Ländern. Heute zählt die gesamte Ordensfamilie über 10.000 Mitglieder mit Niederlassungen in 70 Ländern.
Am 19. Oktober 1975, dem Weltmissionssonntag, wurde Arnold Janssen durch Papst Paul VI. zusammen mit Josef Freinademetz seliggesprochen. Auch die Heiligsprechung am 5. Oktober 2003 durch Papst Johannes Paul II. erfolgte gemeinsam mit jener von Josef Freinademetz.

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010