Patronat: des Ordens der Claretiner (CMF); Diözese Las Palmas (Gran Canaria); Santiago de Cuba
verehrt in ganz Spanien, besonders in Katalonien und auf der Kanareninsel Gran Canaria
Antonius Maria Claret, am 23. Dezember 1807 als fünftes von elf Kindern in eine zutiefst christliche Weberfamilie in Sallent bei Barcelona geboren, verspürte schon früh das Verlangen, Priester zu werden, doch konnte er sich diesen Wunsch erst auf Umwegen erfüllen: Zunächst erlernte er dank seines technischen Geschickes und seines Organisationstalentes das väterliche Handwerk, bevor ihn eindringliche Erlebnisse, innere Unruhe, eine Lebensgefahr und vor allem das Wort Christi »Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt?« (Mt 16,26) seiner Berufung folgen ließen, die am eigenen Leib erfahrene Rettung durch Gott weiterzugeben.
Nach seiner Priesterweihe 1835 wurde Claret zunächst in seiner Heimatpfarre Sallent als Seelsorger eingesetzt, doch verspürte er immer deutlicher den Ruf zur Verkündigung des Evangeliums. Jene Zeit nach der napoleonischen Besetzung war eine der politischen, wirtschaftlichen und auch religiösen Umbrüche: Spanien war vom Bürgerkrieg zwischen Liberalen und Karlisten (Anhängern der absoluten Monarchie) zerrissen, Vertreter der Kirche wurden verfolgt und ermordet, Klöster in Brand gesteckt.
Nach einem kurzen Aufenthalt im Jesuitenorden in Rom kehrte Claret 1840 nach Spanien zurück, wo er ab 1843 höchst erfolgreich als Volksmissionar wirkte und so seine Lebensaufgabe fand – in völligem Gegensatz zu seinem ursprünglichen Wunsch von einem Leben in der Einsiedelei. Trotz der politischen Unruhen durchwanderte er zu Fuß bis 1847 predigend ganz Katalonien, schrieb und verteilte Flugblätter, veröffentlichte zahlreiche Schriften und fand mit seiner »Gemeinschaft für das gute Buch« unzählige Leser. Verfolgungen zwangen ihn 1848, seine Tätigkeit auf die Insel Gran Canaria zu verlegen. Um seine Volksmission auszubreiten, rief er nach seiner Rückkehr nach Katalonien im Jahr 1849 gemeinsam mit fünf Gleichgesinnten den Missionsorden »Söhne des Unbefleckten Herzens Mariä« (CMF = »Cordis Mariae Filii«; auch Claretiner genannt) ins Leben. Im selben Jahr noch wurde Claret zum Erzbischof von Kuba, damals eine spanische Kolonie, ernannt. Die prekären Verhältnisse auf der Insel, die politisch explosive Lage und der moralische Verfall machten sein ganzes Engagement notwendig. Er förderte den Ausbau der Diözese, kümmerte sich neben der Volksmission auch um den Aufbau von Genossenschaften, Sparkassen und Volksbibliotheken und gründete 1855 zur Erziehung der Jugend das Bildungsinstitut der »Claretinerinnen«, den weiblichen Zweig seines Ordens. Sein Kampf gegen die sozialen Probleme der Insel, gegen Sklaverei und Rassendiskriminierung zog jedoch nicht nur Begeisterung, sondern auch Hass und Verfolgung nach sich und führte 1856 sogar zu einem Attentat, bei dem er lebensgefährlich verletzt wurde.
1857 wurde Claret an den spanischen Hof nach Madrid zurückgerufen, wo er als geistlicher Berater und Beichtvater von Königin Isabella II. für die Ordnung der dortigen Verhältnisse sorgte und bei der Besetzung von Bischofsstühlen seinen Einfluss geltend machte. 1859 wurde er Präsident des spanischen Königsschlosses Escorial. Die Reisen mit der königlichen Familie durch ganz Spanien nutzte er für Predigten und Exerzitien sowie für die Niederschrift und Verbreitung zahlreicher Flugblätter und Bücher.
Nach Ausbruch der Septemberrevolution von 1868 flüchtete Claret mit der Königsfamilie ins Exil nach Frankreich. Trotz schwerer Krankheit nahm er noch an den Vorbereitungen zum ersten Vatikanischen Konzil 1869/70 teil, wo er vehement für die päpstliche Unfehlbarkeit eintrat. Als die spanische Revolutionsregierung seine Auslieferung verlangte, fand er Zuflucht im Zisterzienserkloster der Unbefleckten Empfängnis in Fontfroide bei Narbonne in Südfrankreich, wo er am 24. Oktober 1870 starb. Seine Reliquien wurden 1897 nach Vich – das heutige Vic – bei Barcelona übertragen, wo sie bis heute verehrt werden.
Antonius Maria Claret, der als einer der größten Heiligen Spaniens gilt, wurde am 25. Februar 1934 von Papst Pius XI. seliggesprochen, durch dessen Nachfolger Pius XII. erfolgte seine Heiligsprechung am 7. Mai 1950. Die vor allem in der Volks- und Heidenmission tätige Kongregation der Claretiner zählt heute etwa 3.000 Mitglieder in 57 Ländern.

Quelle: Herder-Verlag