Patronat: Venedig, Parma, Montpellier; der Gefangenen, Ärzte, Apotheker, Kranken, Krankenhäuser, Totengräber, Bauern, Gärtner, Pflasterer, Schreiner, Bürstenbinder, Kunsthändler; gegen Epidemien (vor allem Pest und Cholera), Tollwut, Fuß-, Bein- und Knieleiden, Unglücksfälle und Viehseuchen
zählt regional zu den Vierzehn Nothelfern
Die Legende berichtet, Rochus sei um 1295 in Montpellier (Südfrankreich) geboren worden, habe früh seine Eltern verloren und das Erbe sogleich an die Armen verteilt. Er pilgerte 1317 nach Rom und engagierte sich bei der Pflege der Pestkranken, wobei er sie durch Schlagen des Kreuzzeichens heilen konnte. Auf der Rückkehr nach Frankreich erkrankte er bei Piacenza selbst an der Pest, und weil ihn das örtliche Spital wegen seiner Armut nicht aufnehmen wollte, verkroch er sich in eine alte Hütte im Wald. Ein Engel pflegte ihn, ein Hund brachte ihm Brot, und tatsächlich wurde er wieder gesund und konnte in die Heimat zurückgehen. Dort hielt man ihn für einen Spion und warf ihn in das Gefängnis, wo er nach fünf Jahren am 16. August 1327 starb, ohne dass er sich in seiner Bescheidenheit zu erkennen gegeben hatte.
Erst nach seinem Tod fand man anhand eines kreuzförmigen Muttermals seine Identität heraus. Ein Teil seiner Gebeine wurde 1415 nach Venedig gebracht, wo man 1485 für ihn die Kirche San Rocco erbaute. Neben Sebastian und Anna war Rochus der populärste Pestheilige, dessen Verehrung erst seit dem Ausbleiben großer Epidemien im 17. Jahrhundert langsam nachließ. In Deutschland gibt es seit 1666 die Wallfahrt auf den Rochusberg bei Bingen, die schon Goethe beschrieben hat.
Zu seinem Festtag, dem 16. August, weiß die Bauernregel:
»Wenn St. Rochus trübe schaut, kommt die Raupe in das Kraut.«
Darstellung: in Pilgerkleidung; oft zusammen mit dem Heiligen Sebastian als Pestheiliger
Attribute: Pilgerstab, -tasche und -flasche, Pestbeule am Oberschenkel, Engel mit Salbgefäß (der ihn heilte), Hund (der ihm während seiner Erkrankung Brot in die Hütte brachte)

Quelle: Herder-Verlag