Dafür! Interkulturelle Woche 2025

17.09.2025 | Auch die Kirche setzt Zeichen für Vielfalt und Dialog

Freiburg/Haslach im Kinzigtal/Konstanz/Malsch/Rastatt/Schwetzingen/Sinsheim/Wiesloch. Vom 21. September bis 28. September findet bundesweit die Interkulturelle Woche (IKW) 2025 statt – ein Veranstaltungsformat, das seit 50 Jahren für Begegnung, Austausch und Verständigung steht. So heißt es im Gemeinsamen Wort der Kirchen zur Interkulturellen Woche 2025: „Auf größer werdende Vorbehalte und Ängste, auf zunehmende Ausgrenzung, offenen Rassismus und die Zurückweisung von Menschen mit Migrationsgeschichte antwortet sie in diesem Jahr mit einem klaren Statement: Wir sind DAFÜR – für jeden einzelnen Menschen!“
 
Auch die Erzdiözese Freiburg beteiligt sich in verschiedenen Städten mit zahlreichen Angeboten. Damit macht die Kirche deutlich, dass ihr das Miteinander in Vielfalt und Respekt ein wichtiges Anliegen ist – gerade in einer Zeit, in der Polarisierung und Ausgrenzung zunehmen.

Freiburg

In Freiburg reicht das Programm von Workshops gegen Rassismus und Empowerment-Angeboten bis hin zu interkulturellen Gottesdiensten und Kunstprojekten. Besondere Akzente setzt die Katholische Kirche etwa mit dem Interkulturellen Gottesdienst in St. Urban sowie dem Gottesdienst der muttersprachlichen Gemeinden in der Herz-Jesu-Kirche.

Haslach im Kinzigtal

Sei es eine Ausstellung zur „Textilkunst als Brücke zwischen Afghanistan und Europa“, ein Filmgespräch mit dem Regisseur des Dokumentarfilms „Nadelstiche“, eine Lesung aus dem Buch „Mama Superstar“ oder ein Kochkurs zur Syrischen Küche – das reichhaltige Programm der Interkulturellen Woche in Haslach hält für jeden Geschmack etwas bereit. Ein Begegnungs- und Sprachcafé sowie ein multireligiöses Friedensgebet runden das Angebot ab.

Heidelberg

„Ohne Menschlichkeit ist alles nichts.“ – so zeigen zahlreiche Angebote von der Stadtführung durch die Heidelberger Altstadt, bei der ein besonderes Augenmerk auf der Heimatsuche von Menschen zwischen 1939 und 1945 gelegt wird, über die Lesung im Café Talk aus dem „Café der schönsten Männer der Welt“ und den Workshop zur interkulturellen Kommunikation „Schubladen aufdenken“ am 24. September bis hin zu verschiedenen Festen und Feiern im Rahmen der Interkulturellen Woche in Heidelberg, dass das Miteinander der Kulturen gelingen kann.

Hochrhein

Auch am Hochrhein wird „dafür!“ gelebt: So steht in Tiengen nach dem Eröffnungsgottesdienst eine Lesung und Gespräch über Alltagsrassismus mit Florence Brokowski-Shekete auf dem Programm, in Waldshut kann man unter anderem bei einem Argumentationstraining gegen rechte Parolen lernen, wie man „dafür!“ Position bezieht. Oder sie kommen auf Initiative der Caritas Hochrhein beim World-Café „Rund um die Welt bei Kaffee und Kuchen“ mit Menschen aus verschiedenen Kulturen ins Gespräch!

Konstanz

Auch in Konstanz bringt die Interkulturelle Woche Menschen zusammen. Rund 50 Veranstaltungen laden ein, Vielfalt zu erleben – von Konzerten über Ausstellungen bis zu kulinarischen Begegnungen. Kirchliche Initiativen beteiligen sich unter anderem mit dem Projekt „Alles Baschi oder was?“ im Rahmen des katholischen Verbands IN VIA oder der Kinderwelt „Vielfalt feiern“ vom Caritasverband Konstanz mit Entertainern der Familie Chynko.

Malsch

Zu einem bunten Begegnungsfest lädt die – auch kirchlich getragene – Willkommensinitiative Malsch in Kooperation mit vielen weiteren Partnern ein. Am Sonntag, den 28. September, wird das Jugendhaus Villa Federbach von 14-18 Uhr zu einer Oase des Miteinanders, bei dem es nicht nur Internationale Spezialitäten zu probieren gibt, sondern auch Live-Musik sowie Spaß und Spiel für Kinder. 

Rastatt und Umgebung

Nach der offiziellen Eröffnung in Rastatt durch Herrn Landrat Prof. Dr. Dusch und Frau Oberbürgermeisterin Müller mit Musik und Tanz sowie einem reichhaltigen Kinderprogramm wartet die Region von Au am Rhein über Baden-Baden und Gaggenau bis nach Weisenbach mit verschiedensten Angeboten auf: Erleben Sie mit dem Caritasverband für den Landkreis Rastatt beim gemeinsamen Unterwegssein in der Natur, wie wandern verbindet, oder feiern Sie mit beim interreligiösen Gottesdienst auf dem Marktplatz in Gaggenau.

Schwetzingen

Im Rahmen der Interkulturellen Woche in Schwetzingen stehen zahlreiche Angebote auf dem Programm. Dazu gehören unter anderem eine traditionelle eritreische Kaffeezeremonie, ein Mal-Workshop sowie das Fußballturnier „Nordstadt-Cup“ für jüngere Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Für ältere Generationen wird ein Seniorennachmittag zu den fünf Säulen des Islams angeboten. Mit einem multireligiösen Friedensgebet und einem interkulturellen Fest richtet sich die Veranstaltungsreihe schließlich an Menschen aller Altersgruppen.

Sinsheim

Im Mittelpunkt der Interkulturellen Wochen in Sinsheim stehen Anne Frank und Edith Velmans-van Hessen. Während Anne Frank als Tagebuchschreiberin weltbekannt ist, ist Velmans-van Hessen, deren Großmutter aus Sinsheim stammt und die ebenfalls im Verborgenen in den Niederlanden gelebt hat, weit weniger bekannt. Eine Ausstellung im Rathaus Sinsheim zeigt vom 15. September bis 10. Oktober die Parallelen ihrer Lebensgeschichten. Ergänzend dazu findet im Katholischen Gemeindehaus eine Lesung statt, bei der zwei lokale Stimmen Texte der beiden Protagonistinnen präsentieren.

Wiesloch 

Mit Bewegungs- und Begegnungsangeboten, einer Filmdokumentation mit Nachgespräch „Die Möllner Briefe“, einer Moscheeführung und einem Interkulturellen Fest setzt ein Bündnis Wieslocher Organisationen ein Zeichen #dafür: Für Menschenrechte, Demokratie und ein wertschätzendes Zusammenleben. Lernen Sie bei dieser Gelegenheit die „MITmacherei“ des Malteser Hilfsdienstes kennen – sei es beim Interkulturellen Frauentreff, beim Sprachcafé oder beim Infoabend.

Zur Interkulturellen Woche

Die IKW entstand 1975 auf Initiative der Deutschen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie. Heute tragen Kommunen, Wohlfahrtsverbände, Migrantinnen- und Migrantenorganisationen, Religionsgemeinschaften, Schulen, Gewerkschaften, Sport- und Kulturvereine sowie viele Ehrenamtliche die Woche vor Ort. Ziel ist, Begegnung zu ermöglichen, gleichberechtigte Teilhabe zu fördern und Rassismus sowie Ausgrenzung entgegenzutreten. Ein fester Bestandteil ist der „Tag des Flüchtlings“ am Freitag der Aktionswoche, koordiniert von zivilgesellschaftlichen Partnern. Bundesweit finden mehrere tausend Veranstaltungen statt – von offenen Häusern über Kultur- und Dialogformate bis zu Workshops, Fortbildungen und Beratungsangeboten. Das Jahresmotto 2025 lautet „Dafür!“.

Warum sich die Kirche engagiert

Die katholische Kirche im Erzbistum Freiburg steht an der Seite der Menschen – unabhängig von Herkunft, Sprache oder Religion. Theologische Basis sind die Menschenwürde und die Option für die Schwachen. Konkret wirkt die Kirche über muttersprachliche Gemeinden, Caritas-Beratung, Flüchtlings- und Integrationsdienste, Bildungsarbeit, Seelsorge in Einrichtungen sowie interreligiöse Kooperationen. Begegnung, Dialog und gegenseitiger Respekt sind Grundpfeiler des christlichen Glaubens und zugleich Schlüssel für ein gelingendes Miteinander in unserer Gesellschaft.
 
Mehr Informationen zur Aktionswoche, Veranstaltungstermine und dem aktuellen Motto „Dafür!“ gibt es hier: https://www.interkulturellewoche.de/dafuer
 
(cvl)