bezeichnet Rassismus gegen Muslim*innen oder Menschen, die als solche gelesen werden. Dieser umfasst neben spezifischen Vorurteilen gegenüber Muslim*innen auch die Zuschreibung bestimmter (zumeist negativer) Eigenschaften (Rassifizierung), die über die Religion hinausgehen. Muslim*innen werden als einheitliche Gruppe gesehen und nicht als Individuen wahrgenommen. Sie werden zu den Anderen gemacht (Othering) und „der Islam“ als Feindbild und „Bedrohung des christlichen Abendlandes“ konstruiert. Strukturelle Diskriminierung ist immer ein Zusammenspiel von verschiedenen Ebenen: individuell und zwischenmenschlich, kulturell und institutionell. Antimuslimischer Rassismus hat eine lange Geschichte: beginnend mit den mittelalterlichen Kreuzzügen, über den Kolonialismus des 19. Jahrhunderts hin zu einer Intensivierung seit den Anschlägen des 11. Septembers 2001.
Antimuslimischer Rassismus kann sich innerhalb von Kirche äußern:
- christliche Fundamentalist*innen schüren die Angst vor einer vermeintlichen „Islamisierung des Abendlandes“. Der Schutz des Christentums vor einer „Islamisierung“ war auch Motiv des Rechtsterroristen Breivik, der in Norwegen 77 Menschen ermordete. Die Öffentlichkeit führte daraufhin keine Diskussion über die Gefährlichkeit des Christentums, während dies nach islamistischen Anschlägen regelmäßig dem Islam vorgeworfen wird. [1] (christliche Dominanz)
- christliche Feiertage werden als für alle Menschen relevant betrachtet, so war die gut gemeinte Aktion „kein Weihnachten in Moria“, die für menschenwürdige Zustände in den Flüchtlingscamps in Griechenland kämpfte auf christliche Menschen als Zielgruppe ausgelegt, denn für die Mehrheit der dort lebenden Menschen ist Weihnachten kein wichtiger Feiertag. Umgekehrt wird beispielsweise in katholischen Kindergärten selten auf muslimische Feiertage geachtet, den Familien schöne Festtage gewünscht oder Termine wie Elternabende unbeabsichtigt auf diese Tage gelegt. (christliche Dominanz)
- Die Studie „Islamfeindlichkeit christlicher Medien“[2] zeigt eine überwiegend problemzentrierte Berichterstattung, die Muslim*innen zu anderen macht (Othering), bei der Thematisierung von Christenverfolgung ein gewalttätiges Islambild reproduziert und das Christentum durch Negativzuschreibungen dem Islam gegenüber aufwertet.




