ABLEISMUS

Aus dem Englischen „to be able“ = fähig sein. Ableismus meint die Diskriminierung in Bezug auf die (zugeschriebene) Leistungsfähigkeit. Strukturelle Diskriminierung ist immer ein Zusammenspiel von verschiedenen Ebenen: individuell und zwischenmenschlich, kulturell und institutionell. Es besteht eine gesellschaftliche Norm von psychischer, körperlicher, kognitiver und emotionaler Fähigkeit. Besonders betroffen von Ableismus sind z.B. Personen mit sichtbaren oder unsichtbaren chronischen Krankheiten, Lernschwierigkeiten oder Taube und blinde Menschen. Es handelt sich um ein alle Bereiche der Gesellschaft durchziehendes System, das u. a. in Gesundheits-, Schönheits- und Produktivitätsnormen verankert ist und z. B. bestimmt, wer oder was als „normal“ und „abweichend“ gilt. Ableismus wirkt immer auch verschränkt mit anderen Diskriminierungsformen (vgl. Intersektionalität)
 
Ableismus kann sich innerhalb von Kirche äußern:
- ableistische Auslegung von Heilungsgeschichten: wenn biblische Geschichten so interpretiert werden, dass Menschen mit Behinderung als heilungs- und erlösungsbedürftig dargestellt werden (Literatur: Markus Schiefer Ferrari: Exklusive Angebote. Biblische Heilungsgeschichten inklusiv gelesen, Ostfildern 2017.)
- bevormundende Haltung einer helfenden Kirche, die Menschen mit Behinderung die Fähigkeit der Selbstbestimmung abspricht (Literatur: Nancy Eiesland: Der behinderte Gott. Anstöße zu einer Befreiungstheologie der Behinderung, Würzburg 2018.)
- psychische, körperliche, kognitive und emotionale Fähigkeiten können Voraussetzung für den Empfang von Sakramenten wie Priesterweihe oder kirchliche Eheschließung sein ( siehe Codex Iuris Canonici can 1029).