Die Sicherheit persönlicher Daten bei der Benutzung von Messenger-Apps hat die Erzdiözese Freiburg im Blick, wenn Sie ab sofort die Nutzung des beliebten Messengers „WhatsApp“ im dienstlichen Kontext nicht mehr erlaubt. Um den Upload persönlicher Daten auf ausländische Server zu unterbinden, wird haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden der Erzdiözese daher die Nutzung sicherer alternativer Messenger wie z.B. „Threema“ empfohlen. Das Geschäftsmodell solcher sicherer Messenger besteht nicht in der Vermarktung von Kundendaten, sondern im Verkauf der entsprechenden Apps.
Die Erzdiözese folgt damit ähnlichen Schritten anderer deutscher Diözesen sowie zahlreicher Unternehmen und Einrichtungen, die „WhatsApp“ für den dienstlichen Gebrauch ebenfalls nicht mehr erlauben. Wichtig ist der Erzdiözese Freiburg, dass Kommunikation per Messenger Apps per se nicht untersagt wird, sondern lediglich der Blick auf eine Nutzung gelenkt werden soll, die dem Datenschutz und damit dem Schutz persönlicher und sensibler Daten anderer dient.
Ich sichere mich app
Warum sind viele Messengerdienste wie WhatsApp, Facebook Messenger und andere kosten los, obwohl Programmierung und Betrieb viel Geld kosten? Weil das Produkt bei diesem Geschäftsmodell nicht die Messengerdienste, sondern die Vermarktung der Kundendaten ist!
Wenn man z.B. WhatsApp komfortabel nutzen möchte, muss man das Adressbuch seines Smartphones auf die Server des Unternehmens übertragen. Nur so „weiß“ die App, welche der persönlichen Kontakte den Dienst bereits ebenfalls nutzen, und man kann sofort mit der Kommunikation beginnen. Nebeneffekt: Das Unternehmen kennt nun die persönlichen Daten all jener, die in meinem Adressbuch stehen und kann sie für seine Zwecke benutzen. Das große Problem dabei: Kaum jemand hat sich zuvor von all seinen Kontakten im Adressbuch die Erlaubnis geben lassen, die Daten in dieser Weise weiterzugeben. Und somit verstößt man damit gegen diverse datenschutzrechtliche Bestimmungen.
Alternative:
Messenger wie z.B. THREEMA aus der Schweiz senden zwar auch Telefonnummern aus dem Adressbuch an die eigenen Server – aber nur in einer codierten Version, die das Unternehmen nicht für andere Zwecke verwenden kann. Und weil die Server in der Schweiz stehen, sind die Daten dort auch so sicher wie auf Servern in der EU. Deshalb kosten solche Dienste aber auch Geld – bei „Threema“ sind das z.B. einmalig 2,99 € (im Play Store) bzw. 3,49 € (bei iTunes). Nachvollziehbar: Kostenpflichtig, aber transparent und sicher. Wie sicher andere alternative Messenger wie Telegram oder Signal sind, können die Datenschützer zurzeit nicht eindeutig beurteilen. Bedenken muss man aber, dass der Betrieb von Messengerdiensten Geld kostet und finanziert werden muss. Daher sind kostenlose Messenger immer besonders sorgfältig zu prüfen.
Problem:
Ehrenamtliche, Gruppen und viele Jugendliche nutzen aber alle WhatsApp.
Lösung:
Sprecht mal miteinander über den Schutz Eurer Daten – und über die Daten Eurer Kontakte, die da einfach ungefragt aus der Hand gegeben werden. Wie wäre es, wenn Ihr als ganze Gruppe – Minis, Pfadis, Firmgruppen, Kirchenchor – zu einer sicheren App wie „Threema“ wechselt? Dann klappt alles, was auch mit WhatsApp klappt!
Was kann ich als Hauptamtlicher tun, wenn ich bis her die Ehrenamtlichen und andere nur per Whats App erreiche?
1. Aufklären:
Was macht WhatsApp eigentlich mit den Daten in meinem Adressbuch?
In seinen FAQ schreibt WhatsApp selbst:
„Überall wo die DSGVO gilt, wenn du die WhatsApp Business App verwendest, trägst du die Verantwortung für alle Kontakte in deinem Adressbuch. Das heißt, du benötigst eine Rechtsgrundlage, eine vertragliche Notwendigkeit, ein berechtigtes Interesse, eine Einwilligung oder jede andere geeignete Rechtsgrundlage, die in Artikel 6 der Datenschutz-Grundverordnung beschrieben ist, um diese Kontakte zu verarbeiten.“
Folgende Informationen will WhatsApp an Facebook weitergeben: Die Telefonnummer, die bei der Registrierung für Whats App verifiziert wurde, einige Geräteinformationen [...] und einige Nutzungsinformationen [...].
Zu Letzterem wird der Messenger noch präziser: „Wann du WhatsApp zum letzten Mal genutzt hast, wann du deinen Account registriert hast sowie die Art und Häufigkeit deiner Nutzung von Features.“ Außerdem teilt WhatsApp Informationen von Usern, die gar keinen FacebookAccount haben, mit dem sozialen Dienst.
2. Alternativen vorstellen:
Threema z.B. ist sicher, weil sich der Dienst nicht durch die Auswertung von Nut zerdaten, sondern durch Verkauf der App finanziert
3. Auf Gruppensolidarität setzen:
Ich als Hauptamtli cher darf dienstlich nicht mehr mit WhatsApp kommuni zieren und würde mich freuen, wenn wir künftig einen erlaubten Messenger nutzen dürfen
4. Angebot der Kostenerstattung
Die Kosten werden durch das Erzbistum übernommen. Jetzt threemANGEL werden!