Freiburg/Denzlingen. „Es war wie ein Ruf“, sagt Christophe-Emmanuel Legrand aus Vörstetten. Gemeinsam mit fünf weiteren Männern wird er am Sonntag (23.11., 10.00 Uhr) von Weihbischof Dr. Peter Birkhofer in einem festlichen Gottesdienst im Freiburger Münster zum Ständigen Diakon geweiht. „Ständig“ bedeutet, dass Christophe-Emmanuel Legrand immer Diakon bleiben wird und nicht zu einem späteren Zeitpunkt die Priesterweihe empfängt. Der Gottesdienst wird im Internet auf www.ebfr.de/livestream übertragen.
Beruf und Glaube – Hand in Hand
Christophe-Emmanuel Legrand ist derzeit Marketingleiter bei einem Unternehmen für Wasserfilterkannen. Nach seinem Studium an einer Wirtschaftshochschule in Lille leistete er seinen Zivildienst am Institut Français in Freiburg und arbeitete anschließend für verschiedene Banken in Luxemburg. Seit über 20 Jahren ist er in Freiburg tätig. „Die Verbindung zwischen Beruf und Glaube, zwischen Wirtschaft und Glaube und – seit ich Führungsverantwortung trage – zwischen Management und Glaube ist ein Thema, das mich besonders beschäftigt“, betont Christophe-Emmanuel Legrand.
Schwerpunkte als Diakon
Seine Entscheidung, Diakon zu werden, begründet Christophe-Emmanuel Legrand so: „Es war wie ein Ruf. Wegen meines Engagements in der Pfarrgemeinde hat eine Gemeindereferentin mich gefragt, ob ich schon einmal an das Diakonat gedacht hätte. Meine Frau und ich haben daraufhin an einer Informationsveranstaltung über das Diakonat im Erzbistum Freiburg teilgenommen. Uns beiden wurde schnell klar, das Diakonat könnte eine Dimension des Dienstes sichtbar machen, die schon längst da ist.“
Für den angehenden Diakon ist das Diakonat in doppelter Hinsicht Familiengeschichte: „Zum einen, weil mein Vater einer der ersten Ständigen Diakone in Frankreich war, 1984 für das Erzbistum Tours geweiht. So konnte ich schon als Kind und Jugendlicher erleben, was das Diakonat bedeutet. Zudem prägt das Diakonat unweigerlich das Familienleben und bezieht die ganze Familie mit ein. Daher ist es für mich nur konsequent, diesen Weg mit der Zustimmung und der Unterstützung meiner Frau und unserer drei Söhne zu gehen.“
Seit 2015 engagiert sich Christophe-Emmanuel Legrand in der Kirchengemeinde An der Glotter als Mitglied des Pfarrgemeinderates und Stiftungsrates, als Wortgottesleiter und Katechet für die Taufvorbereitung. Darüber hinaus ist er im Ausschuss „Caritas & Soziales“ aktiv, der seine Berufung zum Diakon unterstützte.
Seelsorgerische Schwerpunkte
Zunächst wird Christophe-Emmanuel Legrand in der Kirchengemeinde An der Glotter wirken, die die Dörfer Glottertal, Heuweiler, Denzlingen, Vörstetten und Reute umfasst. Ab Januar 2026 wird er in der neuen Pfarrei An der Elz tätig sein. Er möchte dabei insbesondere deutsch-französische Begegnungen fördern und in deutsch-französischen Gottesdiensten mitwirken.
„Ich werde vor allem mit der Begleitung der karitativen Arbeitsgruppe im Gebiet der bisherigen Pfarrei An der Glotter beauftragt sein. Darüber hinaus werde ich am Taufdienst teilnehmen. Da ich bereits gut in das Seelsorgeteam eingebunden bin, weiß ich, dass ich gut begleitet bin, um ein aktives Diakonat zu beginnen, auch wenn vieles neu sein wird“, sagt Christophe-Emmanuel Legrand.
Theologischer Ansatz und persönliche Motivation
„Als Diakon möchte ich in erster Linie Zeuge der Liebe Christi sein – dort, wo ich bin. Das gehört selbstverständlich in meine Pfarrei, aber mein Zeugnis endet nicht an der Kirchentür: Es gehört ebenso ins Dorf, in den Beruf, in die Freizeit. Besonders wichtig ist mir dabei die Aufmerksamkeit für die Schwachen. Es geht darum, Menschen in finanziellen oder gesundheitlichen Schwierigkeiten beizustehen, aber auch jene zu begleiten, die unter seelischen Belastungen leiden“, erklärt Christophe-Emmanuel Legrand.
Christophe-Emmanuel Legrand möchte versuchen, eine Brücke zwischen zwei Kulturen zu sein. Darin sehe er seine Aufgabe, und es sei seine Chance, zweisprachig zu sein und damit ein Stück zur europäischen Annäherung der christlichen Spiritualitäten beitragen zu können. Sein Glaube ist zentrale Lebensgrundlage: „Mein Glaube ist eine Mischung verschiedener Spiritualitäten geworden, die sich ergänzen, ohne sich zu widersprechen. Ich habe gelernt, Gott jeden Tag zu danken und das Evangelium zu meditieren. Mein Glaube gibt mir Kraft und Zuversicht, auch in Momenten des Zweifels.“
Seine persönliche Motivation fasst er so zusammen: „Viele Menschen sind auf der Suche nach Sinn und Glaube in ihrem Leben. Vielleicht kann auch ich mit Gottes Hilfe durch mein Tun einen kleinen Teil dazu beitragen.“ Der Weihespruch "Ihr werdet meine Zeugen sein" (Apg 1,8) begleitet ihn auf seinem Weg.
Mehr Infos zum Ständigen Diakonat: www.ipb-freiburg.de/staendigerdiakon.
(cvl/kas)


