Freiburg. Für Elias Kiesling ist die Erfahrung von Gemeinschaft besonders prägend – „Glauben nicht allein zu leben, sondern zu teilen, miteinander zu ringen und zu wachsen“. Der 27-Jährige wird am Samstag, 11.07., von Weihbischof Dr. Peter Birkhofer zum Pastoralreferenten beauftragt. Er arbeitet aktuell als Pastoralreferent im Anerkennungsjahr in der Kirchengemeinde Kraichgau – Pfarrei St. Jakobus Sinsheim. Die Feier findet in der Kirche St. Jodokus in Gaggenau statt. Insgesamt werden neun Frauen und Männer als Gemeindereferentinnen, Gemeindereferenten, Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten beauftragt.
Die Fragen des Glaubens haben Elias Kiesling schon immer beschäftigt. „Mit diesen Fragen ein Leben lang unterwegs zu sein, sie nicht vorschnell zu beantworten, sondern gemeinsam mit anderen zu entdecken und auszuhalten, empfinde ich als großes Geschenk“, schildert er seine Beweggründe, Pastoralreferent zu werden. Gleichzeitig weiß Elias Kiesling um Aufgaben und Herausforderungen, die auf ihn zukommen. Vor allem gehe es darum, Kirche in einer Zeit des Wandels mitzugestalten. „Viele vertraute Strukturen verändern sich oder brechen weg, und gleichzeitig eröffnet dies neue Möglichkeiten“, schildert der 27-Jährige, der seine Assistenzzeit in St. Alexander Rastatt absolvierte. „Diese Spannung auszuhalten und aktiv zu gestalten, sehe ich als eine zentrale Herausforderung.“
Junge Menschen auf Lebens- und Glaubensweg begleiten
Wichtig ist dem aus Waldwimmersbach stammenden studierten Theologen, nah bei den Menschen zu bleiben – zuzuhören, ihre Lebenswirklichkeit ernst zu nehmen und den Glauben so ins Gespräch zu bringen, dass er im Alltag Bedeutung gewinnt. „Gerade junge Menschen suchen oft weniger fertige Antworten als vielmehr Räume, in denen ihre Fragen Platz haben“ – solche Räume zu schaffen, empfindet Elias Kiesling als eine seiner wichtigsten Aufgaben. Sein Herz schlage auch vor allem für die jungen Menschen. „Es begeistert mich, sie ein Stück auf ihrem Lebens- und Glaubensweg zu begleiten, ihre Fragen ernst zu nehmen und gemeinsam nach Antworten zu suchen.“
Als weitere Herausforderung erachtet er die größer werdenden pastoralen Einheiten und die damit verbundenen organisatorischen Anforderungen. Hier werde es darauf ankommen, Zusammenarbeit zu stärken, Verantwortung zu teilen und gemeinsam tragfähige Formen von Kirche zu entwickeln. „Bei all dem möchte ich den Blick dafür nicht verlieren, dass es im Kern immer um Beziehung geht: zu den Menschen und zu Gott.“ Diese lebendig zu halten und zu fördern, sehe er als seinen Auftrag an.
Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten: Theologie und Seelsorge
Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten sind hauptamtlich Mitarbeitende, die in allen Bereichen der Seelsorge und im Religionsunterricht eingesetzt werden. Sie haben ein Theologiestudium und eine dreijährige Berufseinführung absolviert und arbeiten zum Beispiel im Seelsorgeteam einer Pfarrei, in Sonderfunktionen oder der Bildungsarbeit. Sie bringen christliche Werte in sozialen, kulturellen, ethischen, wissenschaftlichen und schulischen Kontexten ein und gestalten gemeinsam mit anderen Kirche und Gesellschaft vor Ort. Seit 1976 hat dieser Beruf in der Erzdiözese Freiburg einen unverzichtbaren und bewährten Platz im Miteinander mit ehrenamtlich Engagierten und den verschiedenen pastoralen Diensten. Derzeit sind rund 232 Frauen und Männer als Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten in der Erzdiözese tätig. Ihre Beauftragung haben die Seelsorgerinnen und Seelsorger in diesem Jahr unter die Leitworte „Angenommen in Liebe – Mutig voran“ gestellt.
(pef)




