
Organisationsprobleme
Probleme der Organisation werden gern als Technikprobleme reformuliert. Irgendwas klappt nicht wie gewünscht, man fordert »digitale Lösungen«.
Ist die neue Technik endlich eingeführt, tauchen all die ungeklärten Organisationsfragen wieder auf, die man durch die neue Technik zu beheben hoffte.
Messianische Erwartungen
Es gibt messianische Erwartungen, was Computer von selbst erledigen könnten, wie viel Arbeit sie einsparen könnten.
Die Erwartungen sind dabei umgekehrt proportional zur Erfahrung. Je geringer die Erfahrungen mit der neuen Technik, desto spektakulärer fallen die Erwartungen aus.

Komplexe Systeme
Ein System ist komplex, wenn ungewiss bleibt, welcher »Input« welchen »Output« hervorbringt. Menschen und Organisationen kann man also als »komplexe Systeme« verstehen.
IT-Systeme sind kompliziert, vielleicht undurchsichtig, aber nie komplex, es sind „triviale Maschinen“ (Heinz von Foerster).

Gute Probleme
Statt für die bestehenden Probleme gute neue Lösungen zu suchen, braucht es gut gestaltete Probleme für die verfügbaren Lösungen.
Die Herausforderung liegt nicht darin, für die Organisation immer »bessere Programme« zu beschaffen, sondern die Organisationsabläufe an die verfügbaren Programme anzupassen.
Nutzerinteresse
Die Nutzung digitaler Technik entscheidet sich an den Interessen der Organisationsmitglieder, nicht an den Möglichkeiten der Software oder gar an den Vorgaben der Organisation.
Jeder Versuch der Steuerung durch technische Determinierung erschafft die Ausnahmen, die man eigentlich verhindern wollte.
