Erstes Forum Kirche und Wirtschaft in Offenburg

über 140 Führungskräfte diskutieren über KI, Ethik und Soziale Marktwirtschaft

  
Offenburg, 20. November 2025 – Mit einer außergewöhnlich großen Resonanz fand am Mittwochabend, 19. November 2025 erstmals das „Forum Kirche und Wirtschaft“ in Offenburg statt. Über 140 Führungskräfte aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Kirche aus der Ortenau und dem südlichen Oberrhein nahmen daran teil – ein eindrucksvolles Zeichen für die hohe Relevanz des Themas „KI, Ethik und Soziale Marktwirtschaft“.
 
Eröffnet wurde der Abend durch Offenburgs Oberbürgermeister Marco Steffens, Prof. Dr. Stephan Trahasch, Rektor der Hochschule Offenburg und Simon Rockenstein, Leiter des Forum Kirche und Wirtschaft der Erzdiözese Freiburg. Im gemeinsamen Auftakt-Talk betonten sie die Bedeutung von werteorientierten Dialogformaten und regionalen Netzwerken angesichts der tiefgreifenden Veränderungen durch Künstliche Intelligenz in Verwaltung, Wissenschaft und Kirche. 
 
Die Keynote hielt Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Ulrich Hemel, Direktor des Weltethos-Instituts Tübingen und Unternehmer. Seine Ausführungen wurden von den Teilnehmenden als „Impuls-Feuerwerk“ aufgenommen. Hemel betonte mehrfach, wie wichtig Formate wie das „Forum Kirche und Wirtschaft“ seien, um über Berufs- und Sektorengrenzen hinweg im Gespräch zu bleiben. Nur so könne der gesellschaftliche Wandel durch KI verantwortungsvoll gestaltet werden.
 
In seinem Schluss-Statement formulierte Hemel zentrale Leitgedanken für eine zukunftsfähige, ethisch verantwortete Digitalisierung:
 
  • Fördert oder hemmt eine digitale Anwendung Menschlichkeit?
  • Investition in ethische Sprach- und Handlungsfähigkeit
  • Klärung des Menschenbildes, das uns leitet
  • Definition tragfähiger ethischer Werte und Normen
  • Machtfragen rund um KI dürfen nicht ausgeblendet werden
  • Berücksichtigung der ökologischen und sozialen Folgen von KI
  • Aufbau einer kritischen KI-Kompetenz in allen Bereichen
  • Wir stehen mitten in einem großen gesellschaftlichen Lern- und Suchprozess
 
Sein klares Statement: Es braucht Digitale Fairness und digitale Humanität – auch in einer Welt, die zunehmend von KI geprägt wird.
 
Unter Moderation von Kai Wißmann (Visionbox) diskutierten anschließend:
 
  • Prof. Dr. Renate Kirchhoff, Rektorin der Evangelischen Hochschule Freiburg – wissenschaftliche und sozialethische Perspektive
  • Dr. Christoph Münzer, Hauptgeschäftsführer des wvib Schwarzwald AG – Perspektive der Wirtschaftsverbände und des Mittelstands
  • Mark Michaelis, Geschäftsführer Markant International – Sicht aus der unmittelbaren Unternehmenspraxis
  • Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Ulrich Hemel – ethische und wirtschaftliche Gesamteinordnung
     
Es entstand ein vielseitiger und tiefgehender Austausch über Chancen und Risiken von KI, die Bedeutung von Unternehmenskultur, die Verantwortung von Führungskräften sowie die Notwendigkeit eines gemeinsamen Orientierungsrahmens.
 
Das „Grazia Duo“ aus der Ukraine begleitete den Abend mit Werken von Vivaldi, Gardel und Einaudi und setzte damit besondere kulturelle Akzente.
 
Das Forum wurde in Zusammenarbeit mit starken Partnern durchgeführt. Besonderer Dank gilt: der Hochschule Offenburg und dem Kiwanis Club Offenburg.
 
Beim anschließenden Empfang zeigte sich erneut der große Bedarf an Orientierung, Netzwerk und Austausch zu Fragen der Digitalisierung, KI und wirtschaftlichen Verantwortung. Der Dialog wurde intensiv fortgeführt – ein deutliches Zeichen dafür, wie aktuell und drängend das Thema wahrgenommen wird.
 
Zum Hintergrund:
Veranstalter des Abends ist das Forum Kirche und Wirtschaft der Erzdiözese Freiburg. Das Forum Kirche und Wirtschaft ist ein Veranstaltungsformat der Erzdiözese Freiburg, das Führungskräfte aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Kirche zu ethischen, sozialethischen und gesellschaftsrelevanten Fragen miteinander ins Gespräch bringt.
Veranstaltungen fanden bislang in Mannheim, Hegne (Bodensee), St. Peter (Schwarzwald) und nun erstmals in Offenburg statt.

Die Veranstaltungen des Forums stehen unter drei Leitgedanken:
 
Information: Das Forum greift aktuelle Themen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Kultur auf. Hochkarätige Rednerinnen und Redner geben Einblicke, zeigen Trends und eröffnen neue Perspektiven für verantwortliches Wirtschaften.
 
Netzwerk: Das Forum bietet ein Netzwerk für Unternehmen, deren Führungskräfte, Institutionen und Selbstständige, die das Wirtschaftsleben in Deutschland aktiv mitgestalten wollen. Es schafft Räume für Begegnung, Austausch und den Aufbau neuer Kontakte.
 
Dialog: Die Veranstaltungen verstehen sich als vom Erzbistum Freiburg angebotene Plattform für den offenen Dialog zwischen den Gästen. Im Mittelpunkt steht der Erfahrungs- und Wissenstransfer zwischen den Teilnehmenden über Werte, Verantwortung und Zukunftsfragen im unternehmerischen Handeln.