Großes Publikumsinteresse und eine gespannte Atmosphäre prägten am Sonntag, den 18.10.2026, das offizielle Antrittskonzert des neuen Domkapellmeisters Andreas Mölder. Auf dem Programm stand Karl Jenkins‘ monumentales Antikriegswerk The Armed Man: A Mass for Peace, ergänzt durch Peace, peace! aus The Peacemaker desselben Komponisten sowie Knut Nystedts Motette Peace I leave with you. Für seinen Einstand versammelte Andreas Mölder die Erwachsenenchören der Freiburger Dommusik und die Domsingknaben. Begleitet wurden sie von der Philharmonie Baden-Baden und der Altistin Veronika Lutz.
Ein monumentales Zeichen des Friedens: Überzeugender Einstand für Andreas Mölder als Domkapellmeister am Freiburger Münster
22.10.2026 |
Den Auftakt bildete Nystedts Peace I Leave With You, welches die Domsingknaben und die Domkapelle a-cappella aus dem Chorraum heraus einfühlsam und mit großer dynamischer Vielfalt darboten. Den Übergang zum Hauptwerk des Abends gestalteten alle Beteiligten mit Jenkins‘ Peace, peace!, das mit dem Wechsel des Aufführungsorts vom Chorraum auf die Altarstufen den Frieden bildlich näher an das Publikum heranholte. Mit The Armed Man: A Mass for Peace folgte schließlich das Hauptwerk des Abends, das den Weg von der Bedrohung über den Schrecken des Krieges hin zur Hoffnung auf Frieden musikalisch nachzeichnet.
Der Chor präsentierte sich hochkonzentriert und reagierte präzise auf die Zeichen des Dirigenten, der die Musikerinnen und Musiker klar und sicher durch das Werk führte. Besonders eindrücklich war die emotionale Präsenz der Sängerinnen und Sänger, die sich auch in den Gesichtern widerspiegelte. So wurden die wechselnden Stimmungen des Werks unmittelbar erfahrbar. Auf die Unruhe der Angriffsszenen und den Schrecken der Schlacht folgte die spürbare Trauer über die Zerstörung. Die Freude im Schlussteil und der eindringliche Wunsch nach Frieden wirkten dabei glaubwürdig und kamen ohne stilistische Übertreibung aus. Die Altistin Veronika Lutz verlieh den solistischen Passagen mit ihrer einfühlsamen Interpretation zusätzliche Tiefe.
Die Philharmonie Baden-Baden erwies sich als verlässlicher und zugleich ausdrucksstarker Partner. Das Zusammenspiel von Orchester und Chor gelang trotz der anspruchsvollen Akustik des Münsters überzeugend. Besonders eindringlich gestaltete das Orchester die musikalische Darstellung des Schlachtengeschehens, wobei das markante Schlagwerk besondere Wirkung entfaltete. Umso intensiver wirkte die anschließende Stille im gesamten Kirchenraum.
Das Publikum folgte dem Konzert mit großer Aufmerksamkeit. Die Anspannung und Ergriffenheit waren besonders in der langen Stille nach dem Schlusschoral spürbar. Mit stehenden Ovationen und lang anhaltendem Beifall würdigten die Zuhörenden den eindrucksvollen und tief bewegenden Konzertabend. Für Andreas Mölder war es ein überzeugender Auftakt in seinem neuen Amt als Domkapellmeister.