Quelle: Milena Bayer

Schwester Birgit sagt: „Für mich ist der Dienst im Kiosk Gottesdienst. Denn Gottesdienst heißt für mich „Dienst am Menschen“. Dienst heißt auch Service. Und mein Service besteht darin, hinter dem Verkaufstresen zu stehen als Servicekraft.“
Sie ist also eine echte Servicekraft Gottes. Sie kann die Menschen fragen: „Was brauchst du?“. Und damit kann sie zwei ganz verschiedene Dinge meinen. Bist du hungrig und brauchst ein belegtes Brötchen? Oder: Sehnst du dich danach, einfach mal Frust abzulassen oder mal anders auf dein Leben zu schauen?
Schwester Birgit nutzt den Kiosk, um Menschen zu begegnen. Und sie begegnet vielen Menschen, weil der Kiosk so beliebt ist. Und das wiederum ist er vielleicht deshalb, weil Schwester Birgit so offen auf die Leute zugeht.
Wenn ich eine Servicekraft Gottes sein möchte, muss ich nicht unbedingt hinter einem Verkaufstresen stehen. Ich muss nur wissen, was ich gut kann und wie ich meine Fähigkeiten und Ideen auch für andere einsetzen kann.
Ich zum Beispiel kann ganz gut zuhören und Menschen ermutigen. Andere können gut organisieren, sind kreativ oder handwerklich begabt, sind musikalisch oder können wunderbar mit Kindern umgehen.
Mir fällt da Rosi ein, die an andere denkt und für sie Geburtstagskarten bastelt. Oder Anika, die sich als Tischtennis-Trainerin engagiert. Oder Herbert, der die fußkranke Frau mit den vielen Einkäufen spontan nach Hause fährt.
Servicekraft Gottes sein - eine ehrenvolle Aufgabe, und eigentlich gar nicht mal so schwer.