Kunst als Brücke - Wo Welten sich begegnen

22.09.2026 | Ausstellung zum 40-jährigen Jubiläum der Peru-Partnerschaft eröffnet

Rund 65 Gäste kamen am 18. September zur Eröffnung der Ausstellung „Kunst als Brücke – Wo Welten sich begegnen“ ins Karl Rahner Haus in Freiburg. Die Ausstellung ist Teil des Jubiläumsjahres zu 40 Jahren Peru-Partnerschaft und zeigt eine große Bandbreite an Werken aus Peru und Deutschland, viele davon eng mit der Geschichte der Partnerschaft verbunden.

Simone Valenzuela vom Referat Weltkirche der Erzdiözese Freiburg und Dr. Sabine Mirbach vom Institut für Religionspädagogik begrüßten die Gäste zur Vernissage, darunter auch einige Künstlerinnen und Künstler. 
Valenzuela betonte, dass Partnerschaft von Begegnung und Kommunikation lebe und auch Kunst eine Form dieser Kommunikation ist, die unterschiedliche Perspektiven miteinander ins Gespräch bringt und Verbindungen schafft.

In seiner Laudatio schlug Martin Immenschuh den Bogen von den Anfängen im Jahr 1979 der Partnerschaft in der Christlichen Arbeiterjugend und in Rheinstetten bis zur heutigen Ausstellung. Kunst, so erinnerte er, habe die Begegnungen und die Solidaritätsarbeit von Anfang an begleitet. Bilder könnten Erfahrungen vermitteln und Zugänge zu anderen Lebenswelten eröffnen, ohne dass dafür zunächst eine gemeinsame Sprache notwendig sei.

Wie vielfältig diese Zugänge sein können, zeigt die Ausstellung mit Malerei, Grafik, Collage, Stoffbildern, Plastiken und weiteren Arbeiten. Vertreten sind unter anderem Werke von Lorenzo Talaverano aus Lima, der die Partnerschaft über viele Jahre auch künstlerisch begleitet hat, und von Jaime Colán, dessen Arbeit eng mit Bildung und der Begegnung junger Menschen verbunden ist. Zu sehen sind außerdem Bilder des bereits verstorbenen peruanischen Künstlers Víctor Ávila, der in seinen Arbeiten das Leben im ländlichen Peru porträtierte. Auf deutscher Seite sind unter anderem Raphaela Kind, Katharina Ziegler, Sabine Rukatukl und José Oliver mit eigenen Arbeiten vertreten.

Doch längst nicht alle Exponate kommen unmittelbar von den Kunstschaffenden selbst. Viele Menschen und Gruppen aus dem Netzwerk der Peru-Partnerschaft haben für die Ausstellung Werke aus ihrem eigenen Besitz zur Verfügung gestellt. Diese Bilder und Objekte sind häufig mit einer persönlichen Geschichte verbunden: Sie wurden bei Reisen erworben, erinnern an Begegnungen oder gelangten als Geschenke peruanischer Partnerinnen und Partner nach Freiburg.

Dazu gehören auch Arpilleras, textile Bilder, die im Laufe der Partnerschaft nach Freiburg kamen. Die aus Stoffresten gefertigten Arbeiten stehen für eine besondere Form künstlerischen Erzählens aus Peru: In scheinbar einfachen, farbenfrohen Szenen spiegeln sich Alltag und Gemeinschaft, zugleich aber auch Erfahrungen von Armut, politischer Gewalt und gesellschaftlichen Konflikten. In der Ausstellung werden sie damit zugleich zu Zeugnissen der Geschichte der Partnerschaft.

Dass die Partnerschaft weitergeht und neue Generationen einbezieht, zeigen auch die Arbeiten von Schülerinnen der Realschule Rheinmünster, die seit 10 Jahren eine Partnerschaft mit Fe y Alegría in San Juan de Lurigancho bei Lima verbindet. Eine weitere Gruppe von Bildern entstand unmittelbar vor der Vernissage: Mitglieder der peruanischen JOC und der deutschen CAJ, die sich derzeit im Rahmen eines Austauschs begegnen, griffen am Vortag selbst zu Stiften und Farbe. Unter Anleitung des peruanischen Künstlers Jaime Colán setzten sie ihre eigenen Gedanken und Erfahrungen zur Peru-Partnerschaft künstlerisch um. Auch diese Arbeiten sind nun Teil der Ausstellung.

Gerade die Mischung macht den besonderen Charakter der Ausstellung aus: Neben Werken professioneller Kunstschaffender stehen Arbeiten von Jugendlichen, neben aktuellen Werken solche, die schon seit Jahrzehnten Menschen in der Partnerschaft begleiten. Persönliche Erinnerungsstücke finden ebenso ihren Platz wie Gastgeschenke, die als Zeichen der Verbundenheit ihren Weg von Peru nach Freiburg gefunden haben. So erzählt die Ausstellung nicht eine einzige Geschichte der Peru-Partnerschaft, sondern viele.

Das zeigte sich auch am Abend der Vernissage. Vor den Bildern und Objekten entstanden zahlreiche Gespräche – mit den anwesenden Künstlerinnen und Künstlern, zwischen langjährig Engagierten und Menschen, die die Partnerschaft erst kennenlernen. Musikalisch begleitet wurde der Abend von „Maldicho“ aus Freiburg mit passenden lateinamerikanischen Rhythmen.

Die Ausstellung „Kunst als Brücke – Wo Welten sich begegnen“ ist bis zum 23. Oktober 2026 im Karl Rahner Haus in Freiburg zu sehen. Begleitend zur Ausstellung finden weitere Veranstaltungen statt: eine Lesung mit José F. A. Oliver, ein Erzählabend mit Dorothée León und Märchen und Mythen aus Peru, eine Veranstaltung zum internen bewaffneten Konflikt in Peru und seinen Folgen bis in die Gegenwart sowie ein Abend mit lateinamerikanischer Musik und einem Gespräch über die Rolle von Kunst in der Menschenrechtsarbeit.

Organisiert wird die Ausstellung gemeinsam vom Referat Weltkirche, der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) und der Christlichen Arbeiter*innen Jugend (CAJ) der Erzdiözese Freiburg. Ein besonderer Dank gilt den Künstlerinnen und Künstlern, allen privaten Leihgeberinnen und Leihgebern sowie den vielen Menschen, die sich ehrenamtlich an Vorbereitung und Aufbau beteiligt haben. Ebenso gilt der Dank dem Karl Rahner Haus für die Gastfreundschaft.

Ermöglicht wird die Ausstellung durch die Förderung der Erzbischof Hermann Stiftung der Erzdiözese Freiburg.
 
sv