Lenkpause Hegau - Tag der menschenwürdigen Arbeit

21.09.2026 | Nicht reden, sondern handeln!

LENKPAUSE für Berufskraftfahrer*innen bringt Wertschätzung auf den Rastplatz
Das internationale Transportgewerbe ist unabdingbar für die globale Wirtschaft. Berufskraftfahrer sind auf den Straßen in Europa unterwegs, bringen Lebensmittel, bestücken die Industrie mit Ware, liefern Pakete aus. Oftmals sind sie monatelang unterwegs fernab von Familie und Freunden. Damit diese wertvolle sichtbar wird und Wertschätzung erfährt, engagieren sich über 50 Mitwirkende ehrenamtlich bei den Lenkpausen an der A81 im Hegau.
Sie kommen aus Betrieben, Verwaltungen, Kirchengemeinden und sehen die prekäre Lage der Fahrer*innen. Kurz vor dem Welttag der menschenwürdigen Arbeit (07. Oktober) findet bereits die 21. Lenkpause im Hegau statt. Am letzten Wochenende im September kommen die freiwillig Engagierten des Netzwerks Kirche und Arbeitswelt auf den Parkplatz der Raststätte Hegau, und laden die Fahrerinnen und Fahrer zu einem besonderen Begegnungsfest ein: mit Musik, Pizza, Getränken und vor allem mit Zeit für Gespräche.
 
Damit Begegnung überhaupt möglich wird, gehören auch mehrere Übersetzerinnen und Übersetzer zum ehrenamtlichen Team. Sie helfen dabei, sprachliche Barrieren zu überwinden und mit Fahrerinnen und Fahrern aus unterschiedlichen Ländern ins Gespräch zu kommen. Eine von ihnen ist Anastasija Korchynska. Seit Jahren wirkt sie als Dolmetscherin für ukrainische und russische Sprache mit und antwortet auf die Frage warum sie sich engagiert: „Ich möchte, dass Menschen glücklich sind. Wir schenken Zeit und machen kleine Geschenke – das macht Menschen glücklich. Und wenn ich die Fahrer in ihrer eigenen Sprache anspreche sind sie noch glücklicher. Sie fühlen sich dann ein bisschen wie zu Hause.“
Wie jedes Jahr zu diesem Anlass unterstützen die Autobahnmeisterei und die beiden Raststätten-Betreiberinnen die Aktion. Die Faire Mobilität ist ebenfalls mit zwei Beraterinnen vor Ort, die über Ansprüche und Rechte von Beschäftigten im Transportgewerbe informieren.
Den Mitwirkenden ist es wichtig ein Zeichen zu setzen, sich selbst zu engagieren und nicht darauf zu warten, dass es andere schon tun werden. „Die Aktionen bereichern alle: Fahrer*innen und Mitwirkende. Es schafft unter den Mitwirkenden Verbundenheit und ist gelebte Verantwortung. Es geht aber auch darum, bei den LENKPAUSEN auf Ausbeutung und Sozialdumping aufmerksam zu machen. In der Logiskitbranche herrscht teilweise ein gnadenloser Wettbewerb auf Kosten der Beschäftigten - Würde und Gerechtigkeit werden oftmals mit Füßen getreten.“
Am Rastplatz selbst, stehen die Fahrer*innen im Mittelpunkt: Ein Satz der immer wieder von Seiten der Ehrenamtlichen kommuniziert wird: „Wir sehen und wertschätzen Dich und Deine Arbeit.“