
Musik 1:
Max Raabe – „Irgendwo auf der Welt“ 0:10–0:40 (Album Übers Meer, 2010 Palast Musik GmbH)
Max Raabe – „Irgendwo auf der Welt“ 0:10–0:40 (Album Übers Meer, 2010 Palast Musik GmbH)
Irgendwo, auf der Welt, gibt's ein kleines bisschen Glück
Und ich träum davon in jedem Augenblick
Irgendwo, auf der Welt, gibt's ein bisschen Seligkeit
Und ich träum davon schon lange, lange Zeit
Und ich träum davon in jedem Augenblick
Irgendwo, auf der Welt, gibt's ein bisschen Seligkeit
Und ich träum davon schon lange, lange Zeit
Anfang der 1930er-Jahre steckt Deutschland mitten in einer tiefen Wirtschaftskrise. Sehr viele Menschen haben ihre Arbeit verloren, ihre Ersparnisse, und auch ihre Zukunftspläne. Das berauschende Freiheitsversprechen der jungen Weimarer Republik zerbricht, und die Nationalsozialisten greifen nach der Macht. Die Filme dieser Zeit sollen davon ablenken. Sie bieten den Menschen die Möglichkeit, der düsteren Realität kurz zu entkommen.
So wird der Film „Ein blonder Traum“ aus dem Jahr 1932 zu einem der erfolgreichsten Filme der Weimarer Republik überhaupt. Gleich am Anfang des Films besingt die Hauptfigur Jou-Jou ihren Traum vom Leben mit dem schlichten und anrührenden Lied aus der Feder von Robert Gilbert und Werner Richard Heymann. Wir hören die Originalversion des Liedes aus dem Film, gesungen von Schauspielerin Lilian Harvey.
Musik 2:
Lilian Harvey 1932 – „Irgendwo auf der Welt“ 0:16–1:10
Lilian Harvey 1932 – „Irgendwo auf der Welt“ 0:16–1:10
Ich hab so Sehnsucht, ich träum so oft
Bald wird das Glück mir nah sein
Ich hab so Sehnsucht, ich hab gehofft
Bald wird die Stunde da sein
Tage und Nächte wart ich darauf
Ich geb die Hoffnung niemals auf
Bald wird das Glück mir nah sein
Ich hab so Sehnsucht, ich hab gehofft
Bald wird die Stunde da sein
Tage und Nächte wart ich darauf
Ich geb die Hoffnung niemals auf
Es ist ein leichtes, fast naives Liedchen darüber, dass jemand auf ein bisschen Glück hofft. In den folgenden Jahren entwickelt sich das Lied jedoch zum tragischen Soundtrack für so viele, die Deutschland verlassen mussten. Auch die Komponisten unseres Liedes müssen in den 30er Jahren vor den Nationalsozialisten fliehen. Die ursprüngliche Leichtigkeit des Liedes ist verschwunden.
Besonders bewegend war für mich vor einem Jahr die Trauerfeier für Margot Friedländer. Max Raabe hat auf ihren ausdrücklichen Wunsch hin genau dieses Lied gesungen. Sie hat als Jüdin den Terror der Nationalsozialisten überlebt. Eine Frau, die allen Grund gehabt hätte, an der Menschheit zu verzweifeln, wünscht sich ein Lied, das von Hoffnung singt.
Das beeindruckt mich. Wenn jemand hofft, ist das nicht naiv. Denn Hoffnung heißt nicht, dass alles gut war oder gut ist. Hoffnung heißt: Ich glaube trotzdem daran, dass irgendwo noch ein kleines bisschen Glück auf mich wartet.
Vielleicht brauchen wir genau das heute wieder mehr. Nicht die großen Versprechen. Nicht die perfekte Welt. Sondern die leise Hoffnung, dass unser Weg nicht ins Dunkle führt und dort endet.
Und vielleicht steckt in dieser Hoffnung selbst schon ein Stück Himmel auf Erden.
Musik 1: Max Raabe – „Irgendwo auf der Welt“ 2:40–3:21 (Album Übers Meer, 2010 Palast Musik GmbH)
Irgendwo, auf der Welt, fängt mein Weg zum Himmel an
Irgendwo, irgendwie, irgendwann
Irgendwo, irgendwie, irgendwann
Irgendwo, irgendwie, irgendwann
Irgendwo, irgendwie, irgendwann
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