Göttliches Wunder und menschlicher Beitrag

04.06.2026 | Weihbischof Dr. Peter Birkhofer predigt an Fronleichnam über das Brot des Lebens

Freiburg. An den unmittelbaren Zusammenhang zwischen dem Gottesdienst in der Kirche und unserem Alltag hat Weihbischof Dr. Peter Birkhofer in seiner Predigt beim Pontifikalamt im Freiburger Münster an Fronleichnam (4.6.26) erinnert. Zelebriert wurde das „Hochfest des Leibes und Blutes Christi“ von Erzbischof Stephan Burger. Anschließend zogen Katholikinnen und Katholiken aus Freiburg und Umgebung in einer Prozession durch die Innenstadt.
 
 
Weihbischof Birkhofer ging in seiner Predigt besonders auf die Feier der Eucharistie ein, die an Fronleichnam in besonderer Weise im Mittelpunkt steht. Man erlebe dabei das „schöne Zusammenspiel zwischen göttlichem Wunder und unserem menschlichen Beitrag, wenn wir mit unseren Gaben kommen: der ‚Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit‘. Wir geben dem Herrn Brot und Wein in die Hände, und in seinen Händen wird daraus das Brot des ewigen Lebens“. Gott allein vermöge den menschlichen Hunger nach Zukunft zu stillen. Die Antwort gebe Jesus im Evangelium: „Ich bin das lebendige Brot – wer davon isst, wird in Ewigkeit leben.“
 
Birkhofer wies darauf hin, dass der Gottesdienst in den Alltag ausstrahlen soll. „Wir Christen verpflichten uns dabei, die Liebe, die wir von Christus empfangen haben, weiter zu geben in unserem alltäglichen Leben. Das Brot, das Jesus für das Leben der Welt gibt und das er selbst ist, geht die ganze Welt an. Die intime Anbetung Gottes und die Wahrnehmung unserer Sendung in der gesellschaftlichen Öffentlichkeit gehören unlösbar zusammen.“
 
Das Erzbischöfliche Ordinariat war mit frischen Birkenwedeln geschmückt, am Münster flatterten die Fahnen, während viele Gläubige der Prozession folgten. Sowohl die Prozession als auch der Gottesdienst wurden live auf dem YouTube-Kanal der Erzdiözese Freiburg übertragen.
 

Fronleichnam – Besondere Verehrung des Altarsakramentes

Fronleichnam ist ein Hochfest am Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitssonntag – zehn Tage nach Pfingsten – zur besonderen Verehrung des Altarsakramentes, der bleibenden Gegenwart Christi im Sakrament der Eucharistie. Seit dem 13. Jahrhundert wurde als sichtbares Zeichen für den Glauben an die Gegenwart Christi das eucharistische Brot (Hostie) in einem Schaugefäß (Monstranz) durch die Straßen getragen. Erzdiakon Robert von Lüttich führte aufgrund der Visionen der Augustinernonne und Mystikerin Juliana von Lüttich das Fest im Jahr 1246 in der Diözese Lüttich ein. Papst Urban IV. (1261–1264) legte 1264 fest, Fronleichnam am zweiten Donnerstag nach Pfingsten zu feiern. Papst Johannes XXII. (1316–1334) sorgte im Jahr 1317 dafür, dass das Fest in der abendländischen Kirche begangen wird. Bis heute werden Prozessionswege und Stationen mit Fahnen und Blumenteppichen geschmückt.
 
(asc)