Freiburg/Konstanz. Erzbischof Stephan Burger hat die Menschen am Sonntag (31.05.) in Konstanz dazu aufgerufen, in einer Welt voller Probleme und Ungewissheit zu Werkzeugen der Liebe Gottes und des Friedens zu werden. „Beginnen wir wieder neu damit, das zu sein, was uns Christus zugesagt hat und wozu er uns beauftragt hat“, predigte der Erzbischof im Gottesdienst. Dieser wurde im Rahmen der Investiturfeier des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem in Konstanz begangen, die sich vom 29. bis zum 31. Mai erstreckte. Am Samstag hatten im Rahmen eines Festgottesdienstes im Münster Unserer Lieben Frau zu Konstanz 21 Damen und Herren ihre Ordenskleidung erhalten, die sie künftig zu liturgischen Gemeinschaftsveranstaltungen des Ordens tragen werden.
In seiner Predigt verwies Erzbischof Burger am Sonntag auf den Apostel-Paulus-Zuruf: „Kehrt zur Ordnung zurück, lasst euch ermahnen, seid eines Sinnes, haltet Frieden.“ Leider erlebten die Menschen angesichts von Kriegen, Konflikten und Unmut derzeit das Gegenteil. Ob den Ordnungsruf die Staatenlenker hören, „die sich von Zeit zu Zeit selbst gerne als Erlösergestalten präsentieren?“, fragte der Erzbischof. Er zitierte aus der neuen Enzyklika „Magnifica Humanitas“ von Papst Leo XIV.: „Jeder Versuch oder jedes Vorhaben, eine Nation auszulöschen und zu unterwerfen, ist zutiefst unmoralisch und daher inakzeptabel.“
Dagegen setzt der Erzbischof auf die Ordnung, die sich aus der Botschaft Jesu ergibt: „Es ist jene Ordnung, die auf dem jüdisch-christlichen Menschenbild basiert und die uns vor Augen führt, dass der Mensch nicht nur für Seinesgleichen in der Verantwortung steht, aus bloßen humanistischen Beweggründen heraus, sondern gerade in der Verantwortung vor dem steht, der das Leben schenkt und der dafür auch von uns Rechenschaft fordert.“
„Ordnung durch Verzeihen“
Die Menschwerdung Jesu, seine Erlösungstat, und in Folge das Wirken des Heiligen Geistes, seien Zeugnisse und Zeichen dieser unwiderrufbaren Liebe Gottes zu den Menschen, führte der Erzbischof weiter Predigt aus. Er bezeichnete „die göttliche Liebe als Ordnungsprinzip“. Diese Liebe schaffe Ordnung durch Verzeihen, durch die Auslöschung des Bösen. „Diese Liebe sucht den Frieden, schafft Frieden, gewährt den Frieden!“ Warum die Menschen in dieser Welt nicht zu dieser göttlichen Ordnung zurückfinden? Burger: „Weil Menschen sich diesem göttlichen Angebot der Versöhnung und des Friedens auch verweigern können.“ Doch die göttliche Liebe halte diese Spannung aus.
Die vielfältigen Maßnahmen und Projekte, die beispielsweise durch den Orden geleistet würden, seien ein bewusster Beitrag gerade im Heiligen Land mitzuhelfen und Voraussetzungen dafür zu schaffen, wieder zur Ordnung zurückkehren zu können. Während der dreitägigen Feier standen spirituelle Veranstaltungen und Begegnungen im Mittelpunkt, die die Bedeutung des Glaubens, der Einheit und der humanitären Arbeit des Ordens hervorheben.
Hintergrund
Der Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem nimmt katholische Männer und Frauen, Laien und Kleriker auf, die sich in besonderem Maße in Kirche, Politik und Gesellschaft engagieren. Der Orden hilft den Christinnen und Christen im Heiligen Land – Israel, Palästina, Zypern und Jordanien – durch Gebet, Wallfahrten und finanzielle Unterstützung zahlreicher Einrichtungen, die oftmals auch Muslimen und Juden offenstehen. Hierzu zählen etwa Schulen, Universitäten oder Kinderkrippen, ebenso Hospize und Feriencamps für junge Menschen mit und ohne Einschränkungen.
Bei Interesse erfahren Sie mehr auf www.oessh.net.
(mf)