Freiburg/Walldürn. Erzbischof Stephan Burger hat am Pfingstmontag (25.05.) mit Pilgerinnen und Pilgern sowie Bürgerinnen und Bürgern das Jubiläum 400 Jahre Blutaltar Walldürn gefeiert. Beim Pontifikalamt in der Wallfahrtsbasilika zum Heiligen Blut sagte der Erzbischof, dass die Feier davon bestimmt sein solle, was der Altar an sich symbolisiert – „die Gegenwart Christi und die lebendige Teilnahme an seinem Leben, an seiner Liebe und Hingabe“.
Altar aus Alabaster geschaffen
Mit Pfarrer Jost Hoffius wurde zwischen 1580 und 1628 die Tradition der heutigen Wallfahrt begründet, die Zeit, in der der Heilig-Blut-Altar in seiner jetzigen Form entstand. Dieser ist in den Jahren 1622 bis 1626 – mitten im Dreißigjährigen Krieg – vom Bildhauer Zacharias Juncker aus Alabaster geschaffen worden. Papst Urban VIII. würdigte die Walldürner Wallfahrt im Jahr 1624 mit einem vollkommenen Ablass. Der Blutaltar steht im ältesten Teil der Kirche, an jenem Ort, an dem sich um das Jahr 1330 das eucharistische Blutwunder ereignet hat. In einem Silberschrein birgt der Altar bis heute die sogenannten Blutkorporale und bildet damit das Herzstück der Wallfahrt zum Heiligen Blut.
Erzbischof Burger wünscht sich, dass in der gegenwärtigen Zeit noch mehr Pilgerinnen und Pilger den Weg nach Walldürn finden und gehen. „Aber ich denke, nicht die Zahl ist letztendlich ausschlaggebend, sondern das, was die Pilgerinnen und Pilger von diesem Ort erfahren und mitnehmen.“ Denn bei allem Auf und Ab der Geschichte zeige der Altar neben seiner künstlerischen Ausgestaltung eine besondere Lektion fürs Leben. „Er verweist uns auf das eucharistische Geheimnis, das sich bis auf den heutigen Tag in der Kraft des Heiligen Geistes bei jeder Feier der Heiligen Messe vollzieht. Er verweist uns auf das Blutwunder, das uns die Gottheit und Menschheit Jesu Christi nahebringt.“
Auch aus heimat- und kunstgeschichtlicher Sicht kommt dem Altar eine herausragende Rolle zu. Markus Günther, Vorsitzender des Heimat- und Museumsverein Walldürn, erklärte im Rahmen des Jubiläumsjahrs: „Der Heiligblutaltar ist ein Schlüsselwerk für das Verständnis unserer Stadtgeschichte. Er verbindet Kunst, Glauben und historische Entwicklung auf einzigartige Weise und ist weit mehr als ein kirchliches Ausstattungsstück.“
Das Jubiläumsprogramm
Eingeläutet wurde die zentrale Jubiläumsfeier am Wochenende mit einem mehrtägigen Festprogramm. Das Pontifikalamt mit Erzbischof Stephan Burger stand am Pfingstmontag an. Die Jubiläumsveranstaltungen finden eine Fortsetzung: Eine Führung steht am 3. Oktober zur Künstlerfamilie Juncker und zum Werk des Heiligblutaltars an. Für den 27. Mai wird zu einer Lesung von Anne Grießer aus ihrem historischen Roman „Der Fluch des Blutaltars“ eingeladen.
Weitere Informationen zum Programm und zum Jubiläum finden Sie hier.
(mf)