Miteinander statt Gegeneinander
17.02.2026 |
Jahresauftakt der Caritas Baden-Württemberg: Gruppenegoismen entgegenwirken
Die Caritas im Land will Generationen zusammenführen und dem Erstarken von Gruppenegoismen entgegen wirken. Die Lösung der gesellschaftlichen, sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen gelinge nicht im Gegeneinander, so die Caritas, sondern nur im Miteinander und Füreinander. Das unterstrichen die beiden Diözesan-Caritasverbände Freiburg und Rottenburg-Stuttgart bei ihrem gemeinsamen Jahresauftakt am 4. Februar im Haus der Katholischen Kirche in Stuttgart, bei dem die diesjährige Kampagne „Zusammen geht was. Caritas verbindet Generationen“ vorgestellt wurde. Mit der Jahreskampagne 2026 macht sich die Caritas für eine Zukunft stark, die Jung und Alt gerecht wird.
Vor rund 200 Gästen aus Politik, Medien, Kirche und Wissenschaft sagte die Freiburger Diözesan-Caritasdirektorin Birgit Schaer, dass Herausforderungen wie Einsamkeit, Pflegebedürftigkeit, Klimafolgen oder wirtschaftlicher Druck die Generationen zwar unterschiedlich treffen, aber sich nur gemeinsam lösen lassen. „Deshalb sollten wir uns bei den dringend notwendigen Reformen unseres Sozialstaates vom Geist des Füreinander leiten lassen“, betonte sie. Am Ende gehe es darum, wie wir miteinander leben wollen: „Nicht getrennt nach Generationen, nicht in Parallelwelten, sondern in einer für alle Generationen lebenswerten Gesellschaft“, unterstrich Birgit Schaer.
Zwei Projekte zeigten an diesem Abend beispielhaft, wie Caritas Generationen verbindet. In Freiburg ermöglicht das Generationenprojekt „Jung & Alt“ die Begegnung zwischen Kindern und älteren Menschen. Grundschüler der 4. Klasse besuchen einmal pro Woche ein nahegelegenes Seniorenheim und verbringen dort gemeinsame Zeit mit den Bewohnerinnen und Bewohnern. Die Kinder der Reinhold-Schneider-Schule bereiten sich gezielt auf Besuche im Pflegeheim vor und lernen mit einem speziellen „Führerschein“ den sicheren Umgang mit Rollstuhl und Rollator. Die Caritas Ulm bietet mit „Wohnen für Hilfe“ ein Projekt an, das ältere Menschen mit Wohnraum und jüngere Menschen mit geringem Budget zusammenbringt. Für Hilfeleistungen im Alltag wohnen die Jüngeren günstig, wobei die Caritas das Matching und die Beratung übernimmt.
(Maier/DiCV Freiburg)