Pontifikalamt zum Hochfest „Erscheinung des Herrn“

06.01.2026 | Domkapitular Hauser erschließt die Bedeutung der Sterndeuter aus dem Osten / Sternsinger besuchen Erzbischof

Freiburg. Erzbischof Stephan Burger, Mitglieder des Freiburger Metropolitankapitels und eine große Feiergemeinde haben am Dienstag (6.1.) mit einem Pontifikalamt im Freiburger Münster das kirchliche Hochfest „Erscheinung des Herrn“ gefeiert. Es predigte Domkapitular Michael Hauser.
 
Domkapitular Hauser entfaltete in seiner Predigt die Bedeutung des Dreikönigfests. Die Sterndeuter – traditionell die „Heiligen Drei Könige – seien auf der Suche nach dem neugeborenen Christus, ihre Erfahrung solle uns helfen, unser eigenes Leben als Christen zu deuten. Sie offenbarten uns: „Es ist wesentlich in deinem Leben, Mensch, dass du lernst Zeichen Gottes zu erkennen und zu deuten, dass du dich auf die Suche machst nach Christus, dass du auf der Suche bleibst, bis du ihn gefunden hast.“ Die Sterndeuter offenbarten uns unser Wesen als Menschen. Der Mensch werde wesentlich im Suchen, im Finden, im Verehren Jesu Christi. Es gebe nichts Besseres und nichts Tieferes, was er tun könne.
 
Domkapitular Hauser verband die Erzählung über die Sterndeuter aus dem Matthäusevangelium (Kapitel 2, 1-12) mit dem Beginn der „Ewigen Anbetung“, die der Erzbischof im Anschluss an die Eucharistiefeier für das Erzbistum Freiburg eröffnete. Seit 1855 wird in Baden und Hohenzollern, beginnend mit dem 6. Januar, ein ganzes Jahr lang Tag für Tag in einer anderen Gemeinde oder Ordensgemeinschaft Jesus Christus in der heiligen Eucharistie angebetet.

"Dem großen Gott begegnen"

Die Suche der Sterndeuter nach dem wahren Heil münde in der ewigen Anbetung, sagte Hauser. Alle Christen seien darin im Glauben verbunden, „dass im Sakrament der heiligen Eucharistie derselbe Christus anwesend ist, dem die Sterndeuter aus dem Osten begegnet sind“. Und es gebe bis heute „nichts Wichtigeres, als dem Christus, dem großen Gott zu begegnen“. Offenherzige Menschen könne dies nicht kaltlassen.
 
Hauser machte deutlich, welche Folgen diese Anbetung für den Alltag hat: Die Sterndeuter aus dem Osten hätten sich nicht den Mächtigen der Welt ergeben. Vielmehr hätten sie ihre wertvollen Gaben – Gold, Weihrauch und Myrrhe – Jesus Christus geschenkt. Anbetung habe nichts mit „Heilsegoismus“ zu tun, in dem es nur um das eigene Seelenheil gehe, sondern damit, Segen in die Welt zu bringen wie es Kinder und Jugendliche aus mehr als 7000 Gemeinden in Deutschland als Sternsinger derzeit wieder tun. Es bedeute, die Botschaft Jesu zu verkünden und die Not der Menschen zu lindern. So lasse sich im Tun der Sterndeuter der eigene Weg erkennen.

Segen für das Haus des Erzbischofs

Nach dem Gottesdienst haben die Sternsinger der Freiburger Dompfarrei mit dem Kreidezeichen "20*C+M+B+26" den Segen "Christus segne dieses Haus" ("Christus mansionem benedicat") in das Haus von Erzbischof Stephan Burger gebracht. Am 30. Dezember war in Freiburg mit mehr als 1000 Sternsingern die 68. Aktion des Dreikönigssingens mit dem Slogan "Wir wollen Segen bringen, Segen sein" bundesweit eröffnet worden. 
 
Seit dem Start der Aktion 1959 kamen beim Dreikönigssingen insgesamt mehr als 1,4 Milliarden Euro zusammen. Mit dem Geld wurden Projekte für benachteiligte und Not leidende Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa gefördert. Dieses Jahr lautet das Motto: "Schule statt Fabrik - Sternsingen gegen Kinderarbeit". Die Aktion bringt den Sternsingerinnen und Sternsingern das Thema Kinderarbeit näher und zeigt, wie wichtig Kinderrechte auf Schutz und Bildung sind.
 
Besonderes Augenmerk liegt dabei auf Bangladesch. Trotz Fortschritten im Kampf gegen Kinderarbeit müssen in dem südasiatischen Land noch rund 1,8 Millionen Kinder und Jugendliche arbeiten – 1,1 Millionen sogar unter besonders gesundheitsschädlichen und ausbeuterischen Bedingungen. Sternsinger-Partnerorganisationen setzen sich dafür ein, Kinder aus Arbeitsverhältnissen zu befreien und ihnen den Schulbesuch zu ermöglichen.
 
(asc)