Neues Engagementportal startet am 5. Dezember

28.11.2025 | Ehrenamtliches Engagement prägt die Erzdiözese Freiburg

Freiburg / Gaggenau / Leimen / Hardheim / Sigmaringen / Weil am Rhein. Am Internationalen Tag des Ehrenamts (05.12.) startet die Erzdiözese Freiburg gemeinsam mit dem Caritasverband für die Erzdiözese Freiburg e. V. ein zentrales Engagementportal. Unter https://ehrenamt.ebfr.de bietet das Portal den rund 250.000 Ehrenamtlichen zwischen Spessart und Bodensee vielfältige Informationen zu Fortbildungen, Unterstützungsangeboten und mehr. Wie vielfältig dieses Engagement bereits heute gelebt wird, zeigt ein Blick in die Erzdiözese.

Caritas-Ausschuss der Seelsorgeeinheit Gaggenau unterstützt Menschen in schwierigen Lebenslagen

 
In der Seelsorgeeinheit Gaggenau engagieren sich Ehrenamtliche mit großem Herzblut für Menschen in schwierigen Lebenslagen. Wenn die kommunalen Strukturen an ihre Grenzen stoßen, zeigt sich das Gesicht der Kirche: Der Caritas-Ausschuss der Seelsorgeeinheit Gaggenau unterstützt Menschen, die eine intensivere Begleitung benötigen.
 
Die Ehrenamtlichen begleiten Obdachlose und Bedürftige zu Behördengängen, springen in akuten Notsituationen finanziell ein, „öffnen Türen“ zu passenden Beratungsstellen und helfen beim Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben. „Dank unseres mittlerweile großen Netzwerks zu Institutionen, Vereinen und Beratungsstellen im Landkreis Rastatt und Baden-Baden können den Ratsuchenden eine Tür öffnen, um professionelle Hilfe zu erhalten. Hier sehen wir uns in der Rolle, den Erstkontakt herzustellen, teilweise auch zum ersten Beratungsgespräch zu begleiten“, sagt Nicole Day, Referentin für Engagementförderung. 
 
In den vergangenen zwei Jahren konnten außerdem einige Personen aus der städtischen Unterkunft für Wohnungslose in stabile Wohnverhältnisse bzw. betreute Unterkünfte vermittelt werden – ein Zeichen dafür, wie kirchliches Engagement Perspektiven schafft. Ehrenamtlicher Ernst Kraft bringt es auf den Punkt: „Wir alle können im Sinne der Caritas handeln, indem wir nicht wegschauen, sondern hinschauen und helfen, wo Hilfe gebraucht wird.“

„Katholische Kirche kocht“ in der Seelsorgeeinheit Leimen-Nussloch-Sandhausen

 
Für die Menschen in ihrer Umgebung engagieren sich auch die Ehrenamtlichen der Seelsorgeeinheit Leimen-Nussloch-Sandhausen. Einmal pro Woche verwandelt sich - initiiert von Pfarrer Arul Lourdu im Advent 2022 - das Gemeindehaus der katholischen Seelsorgeeinheit in St. Ilgen in einen Ort der Begegnung und des Miteinanders. Unter dem Motto „Katholische Kirche kocht“ laden ehrenamtliche Helferinnen und Helfer unterschiedlicher Herkunft zum gemeinsamen Mittagessen ein – offen für alle, unabhängig von Kirchenbindung oder Lebenssituation. Bedürftige, Alleinerziehende, Senioren, Schüler und Einsame finden hier nicht nur eine warme Mahlzeit, sondern auch ein Stück gelebte Gemeinschaft.
 
Dieter Kopp, ein Koch der ersten Stunde, sagt: Seit der Entstehung des Projekts „Katholische Kirche Kocht“ engagiere ich mich dafür, einmal in der Woche eine warme Mahlzeit für Bedürftige anzubieten, was mir bis heute Anlass und Motivation ist, dieses Projekt zu unterstützen. Der Sinn, etwas Gutes zu tun und der Gemeinschaft zurückzugeben, ist sehr erfüllend."
 
Soraya Abdullah, die schon lange Zeit regelmäßig bei „Katholische Kirche Kocht“ hilft, erklärt: „Es macht mir immer wieder Freude, hier so viele Menschen zu sehen, die ihre Mahlzeit genießen und danach noch eine Weile für ein Gespräch sitzen bleiben. Ich bediene sie gerne und helfe in der Küche. Gelegentlich treffe ich hier auch meine Schwester.“

Ökumenischer Verein Dienst am Nächsten e. V. engagiert sich in der Seelsorgeeinheit Madonnenland

 
In der Seelsorgeeinheit Madonnenland engagieren sich Ehrenamtliche des ökumenischen Vereins Dienst am Nächsten e. V. mit großem Herzblut für Menschen in ihrer Umgebung. Ein besonderes Beispiel dafür ist das „Frauencafé International“ in Hardheim, das seit mehr als sieben Jahren wöchentlich Frauen aus unterschiedlichen Ländern zusammenbringt. Zehn bis fünfzehn Teilnehmerinnen treffen sich regelmäßig, um in einer offenen Runde über kulturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede ins Gespräch zu kommen. Anschließend unterstützen ehemalige Lehrkräfte die Frauen ehrenamtlich beim Deutschlernen in kleinen Gruppen. „Der kulturelle Austausch im Frauencafé ist für alle sehr bereichernd“, sagt Hildegund Berberich, die das Angebot mitorganisiert. Einmal im Jahr ermöglicht das Team zudem einen Familienausflug, der durch Spendengelder finanziert wird – ein Highlight, das Gemeinschaft sichtbar macht und stärkt.
 

KleiderReich -  ein gemeinsames Projekt von Caritas, Diakone und der evangelischen und katholischen Kirche in Sigmaringen

 
In Sigmaringen feiert das „KleiderReich“ in diesem Jahr sein fünfjähriges Bestehen. Der Second-Hand-Shop ist ein gemeinsames Projekt der evangelischen und katholischen Kirche, der Caritas sowie der Diakonie. Betrieben wird das Geschäft vollständig von rund 30 Ehrenamtlichen, die mit großem Einsatz Kleiderspenden entgegennehmen, sortieren und eigenverantwortlich im Laden verkaufen. Begleitet wird das Team von einer hauptamtlichen Kraft, die unterstützend zur Seite steht.
 
Doch das KleiderReich ist mehr als ein Laden: Es ist ein Ort der Begegnung mitten in der Stadt. Neben günstiger Kleidung bietet es eine Café-Ecke zum Verweilen und einen Waschsalon, in dem für unter fünf Euro pro Ladung gewaschen und getrocknet werden kann – ein Angebot, das besonders Menschen mit kleinem Budget hilft. Das Projekt steht für gelebte Solidarität, Nachhaltigkeit und ein starkes Miteinander. Der Erlös aus dem Verkauf kommt lokalen sozialen Projekten zugute. Über die konkrete Verwendung entscheiden die Ehrenamtlichen und die Kooperationspartner gemeinsam. Unterstützt wurden in den vergangenen Jahren unter anderem das ambulante Hospiz, die Notfallseelsorge, die Tafel, die Vesperkirche, das Frauenhaus und der Mittagstisch für Bedürftige im Fidelishaus in Sigmaringen. Diese Wirkung zeigt sich auch in der Anerkennung von außen: Auch die Stadt Sigmaringen würdigt das soziale Engagement und zeichnete das KleiderReich im Jahr 2024 mit dem Ehrenamtspreis aus.
 
Ehrenamtliche Cornelia Mattes bringt es auf den Punkt: „Wir geben Kleidung ein zweites Leben – und Menschen ein Stück Würde zurück.“  Ihre Kollegin Martina Kock-Bergmann ergänzt: „Das KleiderReich ist für mich ein Ort, an dem Hilfe ganz praktisch wird. Jeder kann etwas beitragen – und gemeinsam schaffen wir etwas Großes.“

„Restaurant der Blauen Kirche“ in der katholischen Kirchengemeinde Weil am Rhein

 
In der katholischen Kirchengemeinde Weil am Rhein öffnet das „Restaurant der Blauen Kirche“ im Gemeindehaus der Katholischen Kirchengemeinde jeden letzten Samstag im Monat seine Türen. Für nur 2,50 Euro erhalten rund 40 Gäste ein frisch zubereitetes Drei-Gänge-Menü – gekocht mit regionalen Zutaten und viel Liebe von Ehrenamtlichen aus der Gemeinde. Das gemeinsame Mittagessen schafft nicht nur eine bezahlbare Alternative für Menschen mit kleinem Geldbeutel, sondern auch einen Ort der Begegnung und des Miteinanders.
 
Seit über zwölf Jahren ist das Projekt ein fester Bestandteil des Gemeindelebens und Ausdruck gelebter Nächstenliebe. Die Blaue Kirche ist heute mehr denn je ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen – unabhängig von Herkunft, Alter oder Lebenssituation. Ehrenamtlicher Patrick Rebmann, der das Projekt organisatorisch begleitet, regelmäßig mitkocht und die beteiligten Gruppen unterstützt, bringt es auf den Punkt: „Es geht nicht nur um das Essen. Es geht darum, dass Menschen sich gesehen fühlen, miteinander lachen und für einen Moment den Alltag vergessen.“

Erzbischof Burger: „Unsere Pfarreien leben vom Ehrenamt“

 
Erzbischof Stephan Burger betont die Bedeutung des Engagements für die Kirche und die Gesellschaft: „Unsere Pfarreien leben vom Ehrenamt. Ohne die vielen Menschen, die Zeit, Kraft und Herz einbringen, wäre kirchliches Leben vor Ort nicht denkbar. Mit dem neuen Portal und zusätzlichen Stellen für Engagementförderung wollen wir das unterstützen und erleichtern. Ehrenamt ist gelebter Glaube – ein sichtbares Zeichen von Nächstenliebe und Verantwortung. Dieses Engagement stärkt nicht nur unsere Pfarreien und Gemeinden, sondern auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt insgesamt.“ Katharina Denger, Leiterin des Referats Ehrenamt und Engagementförderung, ergänzt: „Der Einsatz von Ehrenamtlichen stärkt unsere Gemeinschaft und bereichert das Leben vieler Menschen. Um dies zu ermöglichen, bieten wir Beratung, Qualifizierung und digitale Werkzeuge an. Außerdem stehen den Ehrenamtlichen in jeder Kirchengemeinde verlässliche Ansprechpersonen zur Seite.“
 
Auch Diözesan-Caritasdirektorin Birgit Schaer betont, dass ehrenamtliches Engagement aus der Caritas nicht wegzudenken und unverzichtbar ist: „Ehrenamtliche leisten einen wichtigen Beitrag für die Menschen aller Altersgruppen. Die Einrichtungen und Dienste der Caritas sind dabei Orte der Begegnung und gegenseitigen Unterstützung über Generationen hinweg. Generationenbeziehungen gelingen, wenn ältere Menschen als Lesepatinnen und -paten für Kinder in Kitas und Schulen aktiv sind oder wenn junge Menschen zur Smartphone-Sprechstunde einladen. Das alles kann Ehrenamt. Man lernt voneinander und füreinander." Dabei kann das neue gemeinsame Engagementportal Ehrenamtliche und hauptberufliche Mitarbeitende unterstützen, so Nicole Buchholz, im Diözesan-Caritasverband verantwortlich für Engagementförderung und Sozialraum.

Das bietet das neue Portal

Mit dem Start des Engagementportals am 5. Dezember 2025 (https://ehrenamt.ebfr.de) steht eine zentrale Plattform für Ehrenamtliche, Interessierte und Hauptberufliche in Caritas und Pfarreien zur Verfügung. Hier gibt es Informationen, Material und Tipps rund um die Engagementförderung. Neben Erfolgsgeschichten sind auch Methoden zur Gewinnung neuer Ehrenamtlicher auf dem Portal zu finden. 
 
Wer selbst aktiv werden möchte, kann sich an die Ansprechperson der eigenen Kirchengemeinde oder des örtlichen Caritasverbands wenden oder schreiben an: ehrenamt@ordinariat-freiburg.de

Hintergrund

In der Erzdiözese Freiburg engagieren sich rund 250.000 Menschen in Sozialdiensten, Jugendarbeit, Caritas, Kirchenmusik, Liturgie und Seelsorge. Damit tragen sie zum Zusammenhalt der Gesellschaft bei. Auch in Gremien auf Pfarrei- und Bistumsebene, wie z.B. im Diözesanforum, dem Diözesanrat, den Pfarreiräten oder den Gemeindeteams stärkt ihr Einsatz Gemeinschaft und Teilhabe.
 
(cvl/kas)