Bertolini-Knapp begrüßte alle Delegierten mit gewohnt lockeren Worten, besonders die beiden „neuen“ Frauen Clarissa Wolk, Referentin für Frauen*pastoral in der Region Rhein-Neckar und Franziska Macho-Pumpmeier, Referatsleitung für Frauen–Männer–Gender sowie Judith Weber, Leitung Referat Ehe-Familie-Diversität im Erzb. Seelsorgeamt, die sich beruflich verändern wird und in der Versammlung verabschiedet wurde. Ebenfalls verabschiedet wurde die ehemalige stellvertretende Sprecherin Claudia Krieg im Ständigen Ausschuss Hauswirtschaft und Verbraucherthemen.
Voller Dankbarkeit erinnerte sich die Vorsitzende an verstorbene Frauen, die die kfd über viele Jahre geprägt haben, besonders an die langjährige Delegierte Jeanette Fischer, deren Engagement für die kfd ein Herzensanliegen war.
Barbara Ehrensberger, Fachreferentin für Demokratiebildung im Bildungswerk der Erzdiözese Freiburg, gab in ihrem Vortrag wichtige Impulse zum Thema Demokratie und Menschenwürde und stellte zu Beginn die Frage, wie wir uns als katholischer Verband in der aktuellen politischen Situation verhalten sollen. Denn immer wieder höre sie von Vorwürfen, dass Vereine und Verbände nicht neutral genug seien. Bereits im Jahr 2020 fassten die Delegierten der kfd-Bundesversammlung einstimmig einen Unvereinbarkeitsbeschluss, d.h. dass eine Mitgliedschaft in der Partei "Alternative für Deutschland" (AfD) mit einer Mitgliedschaft in der kfd unvereinbar ist und positioniert sich damit klar gegen Rechtspopulismus, Rassismus und überholte Geschlechterrollen.
Barbara Ehrensberger zeigte anhand von Artikel 5 im Grundgesetz über das Recht der freien Meinungsäußerung und der UNESCO-Erklärung über die Prinzipien der Toleranz auf, dass Toleranz, Respekt, Akzeptanz und Anerkennung der Kulturen unserer Welt bedeutet, aber nicht gleichbedeutend ist mit Nachgeben, Herablassung oder Nachsicht. Toleranz ist vor allem eine aktive Einstellung, die sich auf die Anerkennung der allgemeingültigen Menschenrechte und Grundfreiheiten stützt.
Eine Auseinandersetzung mit Andersdenkenden dürfe also sein, solange niemand beleidigt oder herabgewürdigt werde. Die sogenannte Neutralitätspflicht betreffe aber Aussagen ausschließlich einer Partei und deren Personal, insbesondere vor Wahlen. In praktischen Beispielen konnten die Delegierten danach in Kleingruppen in die Diskussion gehen und wertvolle Impulse für ihre Arbeit in den Dekanaten und Pfarrgruppen mitnehmen.
Ein weiterer wichtiger Tagesordnungspunkt war die Kirchenentwicklung 2030. Da es ab Januar 2026 keine Dekanate mehr geben wird, einigten sich die Delegierten auf den Begriff „Bezirk“. Die mittlere Ebene, die als Verbindung zwischen dem Diözesanverband und den kfd-Pfarrgruppen fungieren wird, bleibt erhalten. Die damit verbundenen Änderungen und Anpassungen in den Pfarrordnungen, Dekanatsordnungen und der Diözesansatzung werden in einer Arbeitsgruppe erarbeitet und in der Diözesanversammlung 2026 vorgestellt und abgestimmt. Ebenfalls aktualisiert wird das Grundlagenpapier für Geistliche Leiterinnen.
Die Diskussionen und Arbeitsergebnisse der diesjährigen Diözesanversammlung bilden eine gute Grundlage für die Weiterarbeit an wichtigen und interessanten Themen für den Diözesanvorstand und den gesamten Diözesanverband im nächsten Jahr.
(Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands – Diözesanverband Freiburg)