Freiburg/Überlingen. „Der Glaube an Christus und das Gebet zu ihm sind mein Anker im Leben, die katholische Kirche ist meine Heimat“, sagt Martin Johannes Blume, der derzeit in Owingen lebt. Gemeinsam mit fünf weiteren Männern wird er am Sonntag (23.11., 10.00 Uhr) von Weihbischof Dr. Peter Birkhofer in einem festlichen Gottesdienst im Freiburger Münster zum Ständigen Diakon geweiht. „Ständig“ bedeutet, dass Martin Johannes Blume immer Diakon bleiben wird und nicht zu einem späteren Zeitpunkt die Priesterweihe empfängt. Der Gottesdienst wird im Internet auf www.ebfr.de/livestream übertragen.
Beruf und Glaubensweg
Blume (38) arbeitet derzeit in der Seelsorgeeinheit Überlingen als Pastoralreferent. Zukünftig wird er als Ständiger Diakon im Hauptberuf weiterhin dort, in der Pfarrei Linzgau Bodensee, tätig sein. „Die inhaltlichen und seelsorglichen Schwerpunkte sind durch meine aktuelle Stellenumschreibung schon im Wesentlichen gegeben: Jugendarbeit, Firmvorbereitung, Klinikseelsorge und vieles mehr. Neu dazu kommen werden noch Assistenz in der Eucharistiefeier, Predigtdienst, Taufen und Trauungen.“
Nach dem Zivildienst im Krankenhaus Radolfzell studierte er zunächst Islamwissenschaften in Tübingen und absolvierte ein Praktikum beim Landeskriminalamt Stuttgart. Anschließend folgte das Theologiestudium in Freiburg, Jerusalem und Frankfurt. „Da ich im kirchlichen Dienst bin, ist die Vereinbarkeit von Glaube und Beruf kein Problem, insofern meine Berufswahl in meinem Glauben fußt“, betont Blume.
Während seiner früheren Stationen außerhalb des kirchlichen Dienstes ergaben sich zahlreiche Gespräche über Glaubensthemen – für Blume ein entscheidender Anstoß: „Ich habe den Glauben bzw. die Beziehung zu Gott als heilsam und orientierend auf vielen Ebenen erfahren. Diese Erfahrung möchte ich anderen ermöglichen und aus dieser Erfahrung heraus möchte ich anderen dienen.“
Unterstützung durch die Familie
Seine Familie ist für Martin Johannes Blume eine wichtige Stütze. „Meine Frau hat meinen Weg im kirchlichen Dienst von Anfang an mitgetragen, mich bei den entsprechenden Entscheidungen beraten und mich dazu ermutigt.“ Auch die Kinder, zum Zeitpunkt der Weihe sechs, vier und zwei Jahre alt, unterstützten ihn: „Sie tun dies im Wesentlichen dadurch, dass sie für mich beten.“
Seelsorgerische Schwerpunkte
Als Herausforderungen sieht Blume es an, „kirchliches Leben gastfreundlich und einladend zu gestalten sowie Menschen aus unterschiedlichen ‚Filterblasen‘ davon zu überzeugen, dass es sinnvoll ist, miteinander – statt übereinander – zu sprechen.“
Theologische Haltung
Besondere Orientierung gibt ihm die Benediktsregel: „ut mens nostra concordet voci nostrae – dass das Herz mit der Stimme zusammenklingt, dass also der mit dem Mund bekannte Glaube ins Herz sinkt.“ Auch der Blick auf die Schönheit sei ihm wesentlich: „Wir sollten in unseren kirchlichen Vollzügen Wert auf das Schöne legen – nicht als ‚Hochglanzmarketing‘, sondern weil alles, was wahrhaft schön ist, auch auf Gott verweist, der die Fülle der Schönheit ist.“
Nachhaltig geprägt haben Blume Erfahrungen mit der Weltkirche, etwa bei Weltjugendtagen oder im theologischen Studienjahr an der Abtei Dormitio in Jerusalem. „Das dortige Zusammenklingen von gemeinsamer Liturgie, geistlichem Leben, theologischer Reflexion und gemeinschaftlichem Miteinander war eine der wesentlichen Erfahrungen aus meiner Studienzeit.“ Leiten lässt sich der angehende Ständige Diakon von einem Zitat aus dem Buch der Weisheit: „Herr, gib mir die Weisheit, die an Deiner Seite thront, damit sie bei mir sei und alle Mühe mit mir teile und ich erkenne, was Dir gefällt.“ (Weish 9,4a.10b)
Mehr Infos zum Ständigen Diakonat: www.ipb-freiburg.de/staendigerdiakon.
(cvl/kas)
