Gutach. Mit einem Festgottesdienst in der katholischen Kirche hat Erzbischof Stephan Burger am Freitag das 750-jährige Bestehen der Gemeinde Gutach gewürdigt.
In seiner Predigt zog Erzbischof Stephan Burger Parallelen zwischen der Zeit vor 750 Jahren, als die Herren von Hornberg das Gutachtal erschlossen, und heute. Das „Ringen um die richtige Lebensweise“ und die „Durchdringung des alltäglichen Lebens aus dem Glauben“ sei den Menschen damals und heute gemein. Das Ausgeliefertsein der Natur gegenüber, den Krankheiten, dem stets lauernden Tod oder dem Ausgeliefertsein gegenüber dem Willen der Obrigkeit habe damals Ängsten und Unsicherheiten Tür und Tor geöffnet.
Auch heute bleibe die alltägliche Erfahrung, „unser Leben nicht ganz im Griff haben zu können“. Schicksalsschläge, Krankheit und Tod, Naturkatastrophen, Welthandel, Klimawandel, Kriegsgefahren, kurz: Daseins- und Zukunftsängste bestimmten heute viele Menschen. Auch die digitale Entwicklung, Künstliche Intelligenz, die sozialen Medien sorgten nicht nur für Begeisterung, sondern trügen auch zu Verunsicherung und Zweifel bei.
Doch bei allen Veränderungen in Kirche und Gesellschaft – der Erzbischof erwähnte eigens „unsere Kirchenentwicklung 2030“ -, die „einem mehr Sorgenfalten auf die Stirn zeichnen“ können, glaubten Christen und Christinnen an eine Botschaft, die „gerade diesen Herausforderungen zu trotzen imstande ist!“ Halt gebe das „Vertrauen in die Gegenwart und in den Beistand Gottes“, das Christen in ihrem Leben einüben sollten. Lehrmeister dabei sei Jesus, der in größter Verzweiflung zu tiefstem Gottvertrauen gefunden habe. Denn „Gott ist und bleibt in seiner Liebe und Hingabe an uns unübertroffen“. Aus diesem Vertrauen erwachse „auch in Zeiten, in denen das Böse die Überhand vielerorts zu gewinnen scheint“, Zuversicht.
(asc)