10. Jahrgang schließt „Kirche im Mentoring“ erfolgreich ab

01.10.2025 | Erfolgreiche Teilnahme von vier Tandems aus dem Erzbistum Freiburg

Augsburg / Freiburg. Zum zehnten Mal ist das Mentoring-Programm „Kirche im Mentoring - Frauen steigen auf“ mit einer Abschlussveranstaltung zu Ende gegangen: In diesem Jahr hatten sich die Teilnehmerinnen vom 21. bis 23. September in Augsburg getroffen. Seit dem vergangenen Herbst hatten sie sich in Tandems, aber auch gemeinsam regelmäßig ausgetauscht und dabei weitergebildet. Die Teilnehmerinnen bekamen Einblicke in das Feld der Leitungsverantwortung und Feedback zum eigenen Verhalten und Auftreten. Kollegiale Beratung im Mentee-Netzwerk und Erlangung von Schlüsselqualifikationen durch die Teilnahme an zentralen Seminar-Veranstaltungen ergänzten das Programm. Aus dem Erzbistum Freiburg hatten vier Tandempaare an dem einjährigen Mentoring-Programm teilgenommen. Insgesamt haben inzwischen rund 240 Frauen von der persönlichen Begleitung, dem erlebten „Führungshandwerk“ und dem entstandenen Netzwerk über Diözesan- und Organisationsgrenzen hinweg profitiert.
 
  

Abschlussveranstaltung in Augsburg           

Die Teilnehmerinnen wurden aus sieben deutschen (Erz-)Bistümern, einem Diözesancaritasverband und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken in das Mentoring entsandt. Sie präsentierten am Dienstagabend unter dem Motto „Wind unter die Flügel“ ihre Mentee-Projekte. Ein Beispiel aus dem Erzbistum Freiburg zeigt, wie eng das Mentoring-Programm mit aktuellen Zukunftsfragen verknüpft ist: Sarah Mammola, Sachgebietsleiterin im Erzbischöflichen Archiv Freiburg, hat sich im Rahmen ihres Projekts mit den Herausforderungen für Pfarrarchive beschäftigt. Da im Zuge der Kirchenentwicklung 2030 vielerorts Strukturen zusammengeführt werden, unterstützt das Archiv die örtlichen Teams beim fachgerechten Umgang mit Unterlagen. Mammola sorgt mit dem Team dafür, dass Gemeinden vor Ort Beratung erhalten und archivfachlich entschieden wird, welche analogen und digitalen Dokumente dauerhaft bewahrt bleiben. Auf diese Weise wird wertvolles Pfarrarchivgut auch für kommende Generationen gesichert.
 
Hannah Bohnert, Leiterin des Bildungszentrums Freiburg und zudem in der Fachstelle Ehrenamt und Engagementförderung des Bildungswerks tätig, nutzte das Mentoring-Programm, um eine Öffentlichkeitskampagne für örtliche Bildungswerke in der Erzdiözese zu entwickeln. Gemeinsam mit der Fachstelle Öffentlichkeitsarbeit will sie Ehrenamtliche dabei unterstützen, ihre Themen und ihr Engagement professionell sichtbar zu machen – durch konzeptionelle, organisatorische und finanzielle Begleitung. Ziel ist es, neue Adressatinnen und Adressaten zu erreichen und Menschen für ein Engagement zu gewinnen. Ermöglicht wird das Projekt durch die Unterstützung der DiAG Erwachsenenbildung.
 
Cornelia Dilger, leitende Referentin aus Offenburg, entwickelte im Rahmen des Mentoring-Programms gemeinsam mit einer Arbeitsgruppe von künftigen leitenden Referentinnen und Referenten einen Leitfaden für diese neue Leitungsfunktion. Er bietet nicht nur den Stelleninhaberinnen und Stelleninhaber selbst, sondern auch Mitgliedern der Kernteams und weiteren Beteiligten eine Orientierung, welche Aufgaben jeweils zugeordnet sind – insbesondere bei geteilten Personalverantwortungen. Darüber hinaus enthält der Leitfaden praxisnahe Anregungen, etwa zur Kommunikation und Zusammenarbeit.
 
Wie vielfältig die Erfahrungen im Programm waren, zeigen die Stimmen der Teilnehmerinnen. So berichten Hannah Bohnert und ihre Mentorin Susanne Orth: „Besonders spannend war, dass während unseres Tandemjahres ein Stellenwechsel der Mentee in eine Führungsposition erfolgte. Die Begleitung dieses Schrittes durch die Mentorin ermöglichte Orientierung und Sicherheit, in die neue Rolle hineinzufinden. Der Erfahrungsaustausch und die Reflexion des jeweiligen Leitungshandelns war für beide Seiten bereichernd.“
 
Auch Teilnehmerin Sarah Mammola hebt die persönliche Dimension zu ihrer Mentorin Barbara Winter-Riesterer hervor: „Das Jahr begann mit einem Namen, dann kam ein Gesicht hinzu und schließlich eine Frau, deren Persönlichkeit, Erfahrungen und Kompetenz mich immens bereichert haben. Ich danke meiner Mentorin von Herzen für den gemeinsamen Weg.“
 
Die Möglichkeit, den eigenen Horizont zu erweitern, unterstreicht Mentee Cornelia Dilger: „Kirche im Mentoring ermöglicht es, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und Netzwerke zu schaffen: durch die Tandemgespräche, durch die überdiözesane Teilnahme und durch die unterschiedlichsten Berufsgruppen der Mentees und Mentorinnen. Das ist für alle Beteiligten, Mentees und Mentorinnen, auf vielfältigste Weise sehr bereichernd.“
 
Und schließlich betonen Mentorin Dr. Susanna Re und Mentee Sonja Haberkorn die Bedeutung für Frauen in Führungsaufgaben: „Das Mentoring-Programm hat uns ein Jahr lang einen guten Rahmen gegeben, uns mit den Herausforderungen von Führungsaufgaben in der katholischen Kirche, ganz besonders für Frauen, auseinanderzusetzen. Das hat Freude gemacht, war für uns beide bereichernd und macht Mut, wirklich in Führung zu gehen.“
 
Für den Durchgang 2026/2027 wird das Erzbistum Freiburg erneut Tandemplätze anbieten.

Allgemeine Information zu „Kirche im Mentoring“

„Kirche im Mentoring – Frauen steigen auf“, das Mentoring-Programm zur Steigerung des Anteils von Frauen in Leitungspositionen in der katholischen Kirche, wird seit 2015 vom Hildegards-Verein in Kooperation mit der Deutschen Bischofskonferenz durchgeführt und vom Bonifatiuswerk für die deutschen Bistümer unterstützt. Seit Start des Programms wurden insgesamt 239 Frauen aus 20 (Erz-)Bistümern, acht (Diözesan-)Caritasverbänden, sechs katholischen Hilfswerken sowie dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken in ihrem Weg in Führung in der katholischen Kirche gefördert.
 
Die Erzdiözese Freiburg finanziert insgesamt vier Plätze im Programm des Hildegardis-Vereins, um Frauen auf kirchliche Leitungsaufgaben vorzubereiten und den Anteil an qualifizierten und motivierten Bewerberinnen für Leitungsaufgaben in der Kirche zu erhöhen. Die Teilnehmerinnen bekommen Einblicke in das Feld der Leitungsverantwortung und Feedback zum eigenen Verhalten und Auftreten. Kollegiale Beratung im Mentee-Netzwerk und Erlangung von Schlüsselqualifikationen durch die Teilnahme an zentralen Seminar-Veranstaltungen ergänzen das Programm.
 
(cvl)