Freiburg / Kirchhofen. Neben dem traditionellen Pontifikalamt zum Patrozinium des Freiburger Münsters hat Erzbischof Stephan Burger am Hochfest Mariä Himmelfahrt (15.08.) noch einen weiteren Gottesdienst in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Kirchhofen gefeiert.
Einer der Konzelebranten im Freiburger Münster war in diesem Jahr der Bischof von Dresden-Meißen. Fester Bestandteil der Feier war die traditionelle Kräuterweihe, zu der Gläubige aus der ganzen Region ihre Sträuße mit ins Münster brachten.
In seiner Predigt in der Kathedrale ging der Erzbischof auf die Bedeutung der Gottesmutter für die Gläubigen ein. „Vielleicht wissen auch Sie aus Ihrem eigenen Glaubens- und Erfahrungsschatz, wie Ihnen selbst Maria schon einmal oder schon mehrere Male geholfen hat. Wo nehmen wir Menschen dieses ja fast unverschämte Vertrauen nur her, dass wir in schweren Stunden davonkommen könnten, wenn wir uns nur Maria anbefehlen?“, fragte Erzbischof Burger. Maria sei „gesetzt als Zeichen der Hoffnung auf Leben, als Zeichen dafür, dass ihr Sohn in Kreuz und Auferstehung den Sieg errungen hat, der auch an uns einmal offenbar werden soll“. Ihr vertraue man sich an „mit der Zuversicht, die uns der Glaube schenkt und unzählige Male schon bestätigt hat und bestätigt: Maria hilft – Maria hat geholfen!“
50 Jahre Krönung des Gnadenbildes in Kirchhofen
In Kirchhofen stand in diesem Jahr die 50. Wiederkehr der Krönung des Gnadenbildes im Mittelpunkt. 1975 hatte die Marienfigur in der Kirche nach einem Diebstahl eine neue Krone und ein neues Zepter erhalten. Die Marien-Vesper am Nachmittag wurde vom Erzbischof in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt gefeiert, die seit dem 14. Jahrhundert als Wallfahrtsort verehrt wird.
In seiner Predigt erinnerte der Erzbischof an die wechselvolle Geschichte des Ortes: „Ungeachtet der unterschiedlichen Möglichkeiten, die eine Wallfahrt begründen können, ist der tiefe Grund für den Weg der Menschen hier seit Jahrhunderten das Vertrauen auf den besonderen Beistand des Himmels auf die Fürsprache Mariens.“ Er betonte, dass Maria als Mutter und Fürsprecherin die Menschen in allen Lebenslagen begleite: „An diesem Ort wird mir zugesagt: Du hast Zukunft. Du wirst das Leben meistern.“ Die Predigt verband historische Rückblicke – etwa auf die Zerstörung von Kirche und Dorf im Dreißigjährigen Krieg – mit aktuellen Herausforderungen wie Klimawandel, politische Unsicherheiten und gesellschaftliche Umbrüche. „Mit Maria werden wir zu Pilgern der Hoffnung in eine Welt hinein, die mehr denn je auch dieser Hoffnung bedarf“, so der Erzbischof.
Hintergrund
Mariä Himmelfahrt ist das älteste Marienfest der Kirche und wird seit dem 5. Jahrhundert gefeiert. Besonders im Südwesten Deutschlands ist dieser Tag tief im Volksglauben verwurzelt und mit vielfältigen Bräuchen verbunden – von festlichen Gottesdiensten und Lichterprozessionen bis zur Kräuterweihe, deren Ursprung bis ins 9. Jahrhundert zurückreicht.
(kas/cvl/mh)



































