Raus aus dem Alltag, rein ins Abenteuer: Wo die Mitternachtssonne und Geysire die Landschaft prägen, lernen junge Menschen nicht nur ein neues Land und eine neue Kultur kennen, sondern erfahren den Glauben auch aus einer ganz anderen Perspektive. 25 junge Freiwillige aus 13 deutschen (Erz-)Bistümern machen sich mit dem „Praktikum im Norden“ des Bonifatiuswerkes in den kommenden Wochen für einige Monate auf, um diese besondere Diaspora-Kirche zu erleben. Sie werden sich in Gemeinden, in sozialen Projekten und Ordensgemeinschaften in Schweden, Norwegen, Dänemark, Finnland, Island, Lettland und Estland engagieren. Sie entdecken dabei ihre eigenen Stärken und Talente.
Aus der Erzdiözese Freiburg reisen Katharina Orth am 30. August nach Kopenhagen, Frederik Hasenauer am 8. September in das schwedische Uppsala und Rebecca Leiber wird am 6. Oktober Richtung Vadstena aufbrechen.
Im Bistum Kopenhagen wird Katharina Orth die Caritas Dänemark bei ihrer Arbeit unterstützen. Mithilfe ist auch bei der katholischen Jugendorganisation DUK (Danmarks Unge Katolikker) gefragt. Deren Mitglieder organisieren Veranstaltungen und Freizeiten sowohl in Kopenhagen als auch in den restlichen Regionen Dänemarks. Die Abiturientin aus Freiburg hilft zum Beispiel bei der Vorbereitung von Angeboten für Kommunionkinder. „Kopenhagen fasziniert mich seit Langem; die lebendige Kultur, die Offenheit der Menschen und die Fahrradfreundlichkeit machen die Stadt zu einem besonderen Ort. Die Chance, in einem internationalen Umfeld zu arbeiten und das Bistum zu unterstützen, sehe ich als einmalige Gelegenheit, meine sozialen und organisatorischen Fähigkeiten weiter zu entfalten“, sagt die 18-jährige Orth.
Am Newman-Institut in Uppsala startet Frederik Hasenauer seinen Freiwilligendienst. An der einzigen katholischen Hochschule Skandinaviens erwarten ihn unterschiedliche praktische und administrative Aufgaben wie Klausuraufsichten oder auch die Mitarbeit in Waldstücken der Hochschule. Sein Einsatz ist auch an der St. Eriks-Schule und dem dort angegliederten Kindergarten gefragt. Weitere Einsatzstellen in Stockholm, wie der „Caritas-Mötesplats“, ein Treffpunkt für Menschen, die neu in Schweden sind, können die Arbeit vor Ort ergänzen. Der Abiturient freut sich sehr auf seine Zeit im Ausland: „Durch das ‚Praktikum im Norden‘ möchte ich mich persönlich weiterentwickeln und meinen Horizont erweitern. Es ist für mich eine tolle Herausforderung, die sozialen Projekte auf Basis der christlichen Soziallehre und Werte mitzugestalten“, sagt der 18-Jährige.
Im Gästehaus der Birgittenschwestern in Vadstena ist die Mithilfe von Rebekka Leiber gefragt. Damit sich Gäste, Pilgerinnen und Pilger aus Schweden und anderen Ländern in den 25 Zimmern willkommen fühlen können, wird sie sich unter anderem um die Herrichtung dieser Räume kümmern. Auch die Betreuung der Gäste und die Unterstützung der Ordensschwestern bei ihrer täglichen Arbeit werden zu ihren Aufgaben gehören. Die Abiturientin kann beispielsweise auch im Klosterladen oder beim Kirchenkaffee helfen. „Dabei werden meine Erfahrungen aus zehn Jahren ehrenamtlicher Arbeit in der katholischen Kirche eine gute Grundlage für diesen Freiwilligendienst sein“, sagt die 18-Jährige.
Bonifatiuswerk-Generalsekretär Monsignore Georg Austen, der in dem Programm einen persönlichen Mehrwert für die jungen Freiwilligen sieht, ist für ihren Einsatz sehr dankbar: „Die Praktikanten stellen ein Stück ihrer Lebenszeit in den karitativen Dienst, erweitern ihren Horizont, sie setzen sich ein und helfen in ihren Einsatzstellen mit eigener Initiative und engagierter Arbeit, die sonst oft schwer zu leisten wäre. Es ist bereichernd für Kirche und Gesellschaft, wenn junge Menschen sich auf den Weg machen und ihre Perspektiven mit uns teilen – so können wir gemeinsam voneinander lernen und auch über Inhalte des Glaubens in den Austausch kommen.“
Jährlich machen sich mehr als 20 junge Menschen aus Deutschland auf den Weg nach Nordeuropa und ins Baltikum, um sich sozial zu engagieren. Seit Praktikumsstart im Jahr 2011 haben mittlerweile schon mehr als 250 junge Menschen den Freiwilligendienst absolviert. Das „Praktikum im Norden“ ist ein Kooperationsprogramm zwischen dem Bonifatiuswerk und dem Newman-Institut im schwedischen Uppsala. Seit vergangenem Jahr ist für das Programm eine Anerkennung als „Internationaler Jugendfreiwilligendienst“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend möglich.
(Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken e.V.)

