Die Kirche als Zufluchtsort und Zeichen des Lichts im Osten der Ukraine
10.08.2025 |
Bischof Maksym aus Donezk zu Besuch im Erzbischöflichen Ordinariat
Der Besuch in Freiburg endete mit der Mitfeier der Eucharistie im Freiburger Münster. Generalvikar Christoph Neubrand griff in seiner Statio die Gäste auf und lud die Anwesenden ein, Jesus Christus als den wahren Herrn und König jenseits aller irdischen Machthaber zu begrüßen. So wurde der Glaube als Kraftquelle für Frieden und Hoffnung inmitten von Krieg und Not eindrucksvoll erfahrbar – ein Zeichen, dass die Kirche gerade heute ein Ort der Zuversicht und der Verbundenheit über Ländergrenzen hinweg bleibt.
Am 7. August 2025 empfing das Referat Weltkirche einen besonderen Gast: den griechisch-katholischen Bischof Maksym Ryabukha aus dem Exarchat Donezk, Ukraine. In einem bewegenden Gespräch berichtete er eindrücklich von der schwierigen Lage der Menschen im Osten seines Heimatlandes.
Derzeit erleben sie unaufhörliche Bewegungen der Frontlinie, Tod und Leid prägen den Alltag. Trotz dieser Herausforderungen kommen viele Menschen in die Kirche – nicht nur mit alltäglichen Sorgen, sondern auch mit tiefen Fragen nach dem Sinn des Lebens und dem Warum des Leids.
Bischof Maksym betonte, wie wichtig geistliche Begleitung in diesen Zeiten sei. „Die Kirche spricht den Menschen immer wieder zu, dass Leid, Tod und Krieg nicht das Ende sind. Diese Realität ist nicht unser eigentliches Ziel. Die Menschen fragen sich, wie sie den Weg gehen können, um in den Himmel zu kommen.“, so der Bischof. Die Kirche wirke als tragende Kraft, die Hoffnung und Vertrauen schenkt, wo Verzweiflung zu herrschen scheint.
Auch die soziale Funktion der griechisch-katholischen Kirche wurde vom Bischof hervorgehoben: Sie sei ein Ort der Gemeinschaft und persönlichen Zuwendung. Viele Kirchen im Exarchat dienen als Schutzräume, in denen sich die Menschen während der ständigen Fliegeralarme bis zu 16 Stunden täglich aufhalten. In zahlreichen Pfarreien gibt es Wärmestuben, die gerade in Zeiten von Stromausfällen wichtige Zufluchtsorte bieten. Dort erhalten Menschen aller Glaubensrichtungen praktische Alltagshilfe, können ihre Wäsche waschen oder bei Begegnungen und Austausch Kraft schöpfen, um der Vereinsamung entgegenzuwirken.
Ein besonderes Augenmerk liegt auch auf der Kinder- und Jugendhilfe: Im Exarchat wurde eine neue Grundschule errichtet – mit modernen Schutzräumen im Keller, damit die Kinder zumindest einige Tage pro Woche zur Schule gehen können. Für jene, die keinen Schulunterricht besuchen können, werden Workshopkurse angeboten. So soll trotz der Umstände die persönliche Entwicklung und Entfaltung junger Menschen gefördert werden.
Mit einem besonderen Geschenk schloss Bischof Maksym Ryabukha seinen Besuch ab: Er überreichte Weihbischof Peter Birkhofer ein T-Shirt mit den Schriftzügen „Ich trage Licht in diese Welt“ und „Licht fängt bei Dir an“. Dieses Symbol steht für den Auftrag aller, gerade in den dunkelsten Zeiten Hoffnung und Licht zu bringen. Die Delegation zeigte sich dabei als lebendige Zeugin dieses Auftrags – trotz allem Leid bewahrten sie sich ihren Humor und strahlten ein starkes Vertrauen aus.
(dk)

