Tauberbischofsheim/Lenzkirch/Freiburg. Erzbischof Stephan Burger wird am Sonntag (22.06.) um 14:30 Uhr in der Kirche St. Martin in Tauberbischofsheim Markus Rombach aus der Pfarrei St. Nikolaus in Lenzkirch (Dekanat Neustadt) zum Diakon weihen.
Berufung als allmählicher Prozess
„Glaube bedeutet für mich eine lebendige Beziehung zu Gott, die wie eine tiefe Freundschaft ist, in der es immer wieder wichtig ist, diese Beziehung zu pflegen“, sagt Markus Rombach. Besonders bedeutungsvoll ist für ihn das Vertrauen, das der Glaube schenkt: „In schwierigen Zeiten erlebe ich die Nähe Gottes und spüre eine innere Ruhe, die mir hilft, Entscheidungen zu treffen und neue Wege zu wagen“, so Rombach.
Der 43-Jährige blickt auf eine langjährige berufliche Karriere als Lehrer zurück. Nach seinem Lehramtsstudium an der Pädagogischen Hochschule Freiburg unterrichtete er 14 Jahre lang an Grund- und Hauptschulen. Bereits in seiner Heimatgemeinde war er ehrenamtlich aktiv – als Kommunionhelfer, Kantor, Organist und in vielen weiteren Bereichen des kirchlichen Lebens. Durch zahlreiche kleine Erlebnisse und Gespräche wuchs in ihm der Wunsch, Priester zu werden.
Ein „bleibender Auftrag“
„Der Weg in die Priesterschaft war für mich nicht durch ein einzelnes Erlebnis geprägt, sondern vielmehr durch ein allmähliches Wachsen und Erkennen meiner Berufung“, betont Rombach. 2019 trat er ins Priesterseminar Collegium Borromaeum in Freiburg ein und ist derzeit im Rahmen seines Pastoralkurses und mit Blick auf sein Diakonatsjahr in der Seelsorgeeinheit Tauberbischofsheim tätig. Rombach hat sich für das Diakonat entschieden, weil er mit dieser Weihe sein ganzes Leben in den Dienst Gottes stellt. „Die Diakonenweihe ist nicht nur eine Übergangsphase auf dem Weg zur Priesterweihe, sondern ein bleibender Auftrag. Diakon heißt ‚Diener‘, und dieser Dienst an den Mitmenschen und an der Verkündigung des Evangeliums ist für mich der Kern meines Berufungswegs.“
Besonders prägend war für Rombach ein Zitat von Pater Alfred Delp, welches er bei Exerzitien in Frankfurt kennengelernt hat: „Wir müssen die Segel in den unendlichen Wind Gottes stellen, dann erst werden wir spüren, zu welcher Fahrt wir fähig sind.“ Dieser Gedanke gab ihm den Mut, sich von seiner sicheren beruflichen Stellung als Lehrer zu verabschieden und einen neuen, ungewohnten Weg zu gehen.
Rombach wird mit seiner Diakonenweihe die Verantwortung für die Verkündigung des Evangeliums und die Hilfe für die Mitmenschen übernehmen. „Ich sehe den Dienst als Diakon nicht nur als Vorbereitung auf die Priesterweihe, sondern als eine endgültige Entscheidung, mein Leben im Dienst Gottes und der Menschen zu leben.“
Diakonweihe: auf dem Weg zur Priesterweihe
Die Weihe zum Diakon ist für Markus Rombach eine Station auf dem Weg zur Priesterweihe und gilt als vorläufiger Höhepunkt auf dem Berufungs- und Ausbildungsweg als Priesterkandidat. Seit Ende Oktober 2024 arbeitet er in der Kirchengemeinde Tauberbischofsheim mit und bereitet sich intensiv auf seine Diakonweihe vor. Das Wort „Diakon“ stammt vom griechischen Verb „diakonein“. Es bedeutet „dienen“ und „fürsorglich helfen“.
Während der Diakonweihe gibt es eine Reihe besonderer Rituale: Die Weihekandidaten liegen während der Allerheiligenlitanei ausgestreckt vor dem Altar – Ausdruck dafür, dass sich die angehenden Diakone vorbehaltlos in den Dienst Gottes stellen möchten. Dann folgt das freiwillige Versprechen, ein Mann des Gebets zu sein, den Armen zu helfen, in Ehelosigkeit zu leben und dem Bischof die Treue zu halten. Nun legen die Kandidaten ihre Hände in die des Bischofs – ein Ausdruck des gegenseitigen Vertrauens. Die eigentliche Weihehandlung vollzieht sich dann durch die Handauflegung des Bischofs und das von ihm gesprochene Weihehochgebet. Im Anschluss daran werden die Diakone mit der Stola und der so genannten Dalmatik bekleidet, die Zeichen ihres Dienstamtes sind. Sie erhalten zudem ein Evangeliar überreicht, denn die Verkündigung des Evangeliums ist eine ihrer zentralen Aufgaben. Am Ende der Weihe entbietet der Bischof den neugeweihten Diakonen als Zeichen der Wertschätzung den Friedensgruß.
(cvl/kas)
