Hummel-Tipp Nr. 148: Klimaneutraler Abgang

Eine Jede/ ein Jeder von uns wird irgendwann das Zeitliche segnen. Bei Gewaltverbrechen wird die Leiche gern im Wald entsorgt, Austrocknung, Autolyse, Fäulnis und Verwesung laufen hier an der frischen Luft flott nacheinander ab. Meist wünschen sich Menschen eine würdevolle Bestattung Ihrer Angehörigen. Bei der traditionellen Erdbestattung ist der Körper anderen Bedingungen ausgesetzt. Das Erdreich ist kühl und die Zufuhr von Sauerstoff begrenzt. Daher läuft die Zersetzung des Körpers langsamer ab und erst nach 25 bis 30 Jahren Ruhezeit ist die Mineralisierung abgeschlossen.

Derzeit nehmen Feuerbestattungen zu; diese sind ökologisch nicht ganz unproblematisch: Pro Einäscherung werden bei guter betriebsbedingter Auslastung ca. 200 kWh Erdgas sowie ca. 50 kWh Strom benötigt. Bei ca. 630.000 Einäscherungen im Jahr 2018 wurde in Deutschland dazu Energie in Höhe von 160 Millionen kWh verbraucht – das entspricht einem Wärmebedarf von rund 8.000 Vier-Personen-Haushalten.
 
Zusätzlich entstehen Treibhausemissionen durch den Transport zum Krematorium, da ein solches meist weiter entfernt ist als der nächste Friedhof. Hierfür können - da oft Sammeltransporter eingesetzt werden -  rund 50 km für zwei Leichen und der Einsatz von Erdgasfahrzeugen angesetzt werden. Diese benötigen ca. 70 kWh auf 100 km. Bei rund 315.000 Anlieferungsfahrten im Sammeltransporter zum Krematorium und zurück lassen sich auf Basis der vorgenannten Daten zusätzlich 11 Mio. kWh errechnen.
 
Hummel geht schon mal probesitzen im Fichtenholzsarg und träumt von einer feinen Erdbestattung, fast klimaneutral. Die vergangenen Trockenjahre haben uns viel Borkenkäferholz in den Mittelgebirgen beschert – tote Bäume haben doch einen besonders morbiden Charme …
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