Wenn Sie zu den 28 Prozent Raucherinnen und Rauchern in Deutschland gehören, dann kämen Sie selbstverständlich nie auf die Idee, Ihre Kippen in die Natur oder auf die Straße zu werfen. Schließlich wissen Sie ja, wie giftig die kleinen Stummel sind und was sie anrichten können. Oder?
Hummel Nr. 143: Kippengift am Straßenrand
Neben dem Nervengift Nikotin enthalten Zigarettenstummel Arsen, Kupfer, Blei und hunderte andere Chemikalien. Ein Regenschauer reicht, um die Gifte auszuwaschen und sie in die Erde und Kanalisation zu spülen. Ein Zigarettenstummel verunreinigt 50 bis 500 Liter Wasser. Jedes dritte Müllstück, das an den Küsten der Meere gefunden wird, ist ein Zigarettenstummel – erst danach kommen Plastiktüten. Bis zu 400
Jahre kann es dauern, bis sie sich im Salzwasser zersetzen. Kleinkinder können schon von einer verschluckten Kippe Vergiftungserscheinungen bekommen, auch Tieren bekommen sie überhaupt nicht gut.
Ein Franzose soll es gewesen sein, der vor einigen Jahren am Strand auf die Idee gekommen ist, in seiner leeren Plastikflasche umherliegende Kippen aufzusammeln und sie unter dem Titel #fillthebottle, also „Fülle die Flasche“ im Internet zu veröffentlichen. Seitdem sind viele seinem Beispiel gefolgt, unter anderem bei Aktionen der youngcaritas. Ausgestattet mit Handschuhen und Greifzange ziehen Jugendliche los und versuchen möglichst viele Flaschen mit Kippen zu füllen und das mit einem Foto zu dokumentieren. Die Aktion wird oftmals als Challenge gestartet, also als Wettbewerb, bei dem es Preise für die meisten gesammelten Kippen zu gewinnen gibt. Und das geht tatsächlich erschreckend einfach. Denn auch wenn Sie ja bestimmt Ihre Kippen immer im Hausmüll entsorgen oder sie unterwegs in einem Taschenaschenbecher sammeln, besagt die Statistik, dass zwei Drittel der 400 Millionen Zigaretten, die in Deutschland pro Tag geraucht werden, im Freien auf dem Boden landen. Da ist es gut, wenn so eine Aktion junger Menschen einem doch mal die Augen öffnet.
