Dominikus von Caleruega (Domingo de Guzmán)

Namenstage: Dominik, Dominique

Funktion: Heiliger, Priester, Wanderprediger, Ordensgründer

Gedenktag: 8. August

Patronat: Diözesen Córdoba, Madrid, Bologna, Palermo; der Dominikaner (Ordo Fratrum Praedicatorum/Predigerbrüder), Näherinnen, Schneider; gegen Fieber und Hagel

Dominikus wurde um 1170 in Caleruega bei Burgos in Spanien geboren; er entstammte der altkastilischen Adelsfamilie Guzmán. Der Überlieferung nach sah seine Mutter vor der Geburt im Traum einen schwarz-weißen Hund, der mit einer brennenden Fackel um die Welt lief; dies wurde als Hinweis auf die göttliche Redekunst des Knaben gedeutet, die einst die ganze Welt erleuchten sollte. Er studierte in Valencia Theologie und Philosophie und soll während einer Hungersnot alle seine Bücher verkauft haben, um den Hungernden zu helfen.
Um 1196 wurde Dominikus als Chorherr in das Domkapitel nach Osma (bei Valladolid, Nordspanien) gerufen. 1203 ging er mit seinem Prior Diégo auf Reisen, die sie bis nach Norddeutschland führten. Die dort angetroffenen Kumanen wollte Dominikus missionieren, dies wurde aber 1206 von Papst Innozenz III. abgelehnt. Im selben Jahr trafen sie bei Montpellier (Südfrankreich) drei päpstliche Legaten und Zisterzienseräbte, mit denen eine gemeinsame Bekämpfung der Albigenser und Waldenser in Südfrankreich diskutiert wurde. Diégo mahnte zur einfachen Lebensführung, die als Beispiel dienen sollte. Im Dezember gründeten sie ein Frauenkloster in Prouille bei Toulouse. Ein Jahr später starb Diégo.
Im April 1215 gründete Dominikus in Toulouse einen Diözesanpredigerorden. Im folgenden Jahr wählte Dominikus auf Anraten des Papstes die Regel des Heiligen Augustinus zur Grundlage. Bald wuchs der Orden und entsandte seine Brüder zum Predigen nach Frankreich, Spanien und Italien aus.
In den Jahren nach 1217 war Dominikus überwiegend in Italien tätig, wo er auch den anderen großen Ordensstifter Franziskus von Assisi kennen lernte und 1221 das neugebaute Frauenkloster bei San Sisto organisierte. Am 6. August 1221 starb er in Bologna. Schon 1234 sprach Gregor IX. Dominikus heilig. In der nach ihm benannten Kirche im Zentrum von Bologna ist seit 1473 sein Grab.
Bei der Gründung seines Ordens kamen Dominikus seine Kenntnisse der Organisation der Albigenser zugute: Er sah, dass ein hohes Bildungsniveau und eine straffe Struktur sehr zur schnellen Verbreitung beitrug; folgerichtig baute er auch den neuen Orden in diesem Sinne auf. Seine Mitbrüder studierten Theologie an der Sorbonne in Paris und kanonisches Recht an der Universität von Bologna. Materielle Armut verband die Dominikaner mit den kurz darauf gegründeten Franziskanern; im Gegensatz zu diesen war die Armut bei ihnen aber nicht Selbstzweck, sondern allein der Glaubwürdigkeit wegen erwünscht. Dominikus’ große Wirkung entstand aus der seelsorgerlichen Arbeit, gepaart mit unbeugsamem Willen und Organisationstalent. Den unerbittlichen und kompromisslosen Kampf der Dominikaner gegen die Ketzer (»Domini canes «, »Hunde des Herrn«) mag man im Hinblick auf ihre spätere Rolle in der Inquisition heute etwas kritischer sehen.

Darstellung: als Dominikaner in weißem Habit und schwarzem Kapuzenmantel

Attribute: Kreuz; Buch (Ordensregel); Lilie (Sinnbild der Keuschheit); Stern auf Stirn oder Brust (Vision seiner Amme bei der Taufe); schwarz-weißer Hund, Fackel, Weltkugel (Legende vom Traum der Mutter vor seiner Geburt); Rosenkranz (übergeben von der Gottesmutter Maria), Sperling (Armut), Taube (Heiliger Geist)

 

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010