Gero von Köln

Namenstage: Gero

Funktion: Heiliger, Erzbischof von Köln

Gedenktag: 29. Juli

Der um das Jahr 900 in Thüringen geborene Gero war Sohn des thüringischen Markgrafen Christian und Neffe von Gero dem Großen, Markgraf der Ostmark. Zunächst wirkte er als Domherr und Domkustos von Köln sowie als Hofkaplan Kaiser Ottos I. Seine Wahl zum Erzbischof im Jahr 969 wurde zunächst vom Kaiser abgelehnt, ein Jahr später bestätigte ihn dieser jedoch in seinem Amt. Von einer Reise nach Konstantinopel (ab 1453 Istanbul) im Jahr 971 brachte er nicht nur die byzantinische Prinzessin Theophano als Braut für den Thronfolger Otto II. mit, sondern auch Reliquien des Heiligen Pantaleon von Nikomedia, die seither in der Kölner Kirche St. Pantaleon verwahrt werden. 970 stiftete Gero mit seinem Bruder Thietmar I. die Abtei Thankmarsfelde (Dammersfeld) im Harz, 974 die Abtei Gladbach (der Grundstein für die heutige Stadt Mönchengladbach). Für den Kölner Dom gab er das heute noch in der Kreuzkapelle des Domes aufgestellte Gero-Kreuz in Auftrag, das als erste erhaltene Monumentalskulptur des gekreuzigten Christus gilt. In diesem Zusammenhang wird von einem Wunder berichtet: Als kurz nach der Stiftung des Kreuzes ein Riss im Kopf der Skulptur sichtbar wurde, brachte man das bereits geweihte Kreuz zu Erzbischof Gero, da ein Laie nicht mehr daran arbeiten durfte. Gero legte eine Hostie und einen Reliquiensplitter in den Riss, der während desfolgenden intensiven Gebetes verschwand. Gero übte sein Bischofsamt bis zu seinem Tod am 29. Juni 976 (genannt wird auch der 28. Juni) in Köln aus. Sein Sarkophag befindet sich in der Stephanuskapelle im Kölner Dom.

Darstellung: im Bischofsornat

Attribute: Mitra, Stab; Kirchenmodell (Klostergründungen)

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010