Aloysius (Luigi) von Gonzaga

Namenstage: Aloysius, Luigi, Alois

Funktion: Heiliger, Jesuit, Märtyrer der Nächstenliebe

Gedenktag: 21. Juni

Heiligsprechung 1726

Patronat: Mantua, Grafschaft Castiglione; der studierenden Jugend, der Jugend allgemein; gegen Pest und Augenleiden, für eine gute Berufswahl

Aloysius von Gonzaga (Taufname Ludovico, Rufname Luigi), geboren am 9. März 1568 in Castiglione delle Stiviere bei Mantua in der Lombardei (südlich des Gardasees) als ältester Sohn des Marchese Ferrante di Gonzaga, kam 1578 als Page an den Hof der Medici von Florenz. Entsetzt über die dort herrschende Sittenlosigkeit legte der unter dem Einfluss von Kardinal Karl Borromäus (hl.) stehende, überaus fromme Zehnjährige das Gelübde der ewigen Keuschheit ab. 1585 – nach drei Jahren in Madrid am Hofe König Philipps II. von Spanien und Portugal – trat er seine Erbschaftsansprüche gegen den Willen des Vaters an seinen jüngeren Bruder ab und wurde Jesuit. Nach zweijährigem Noviziat in Rom legte er seine ewige Profess ab, widmete sich fortan philosophischen und theologischen Studien und verfasste zahlreiche Briefe und Schriften, die vor allem für die Bildung der Jugend beispielgebend waren. Besonders am Herzen lagen ihm aber die Seelsorge und die Krankenpflege. Als 1590 in Rom eine Pestepidemie wütete, bemühte er sich Tag und Nacht um Todkranke und spendete ihnen Trost, bis er sich letztlich selbst infizierte. Er starb am 21. Juni 1591 im Alter von erst 23 Jahren und wurde in der Kapelle des Jesuitenkollegs beerdigt. An seinem Grab erbaten sich von Beginn an viele Kranke Hilfe gegen ihre Gebrechen – und sollen sie auch erhalten haben.

Aloysius von Gonzaga wurde 1726 von Papst Benedikt XIII. heiliggesprochen, der ihn in der Kanonisationsbulle zum Vorbild und Schutzpatron der Jugend erklärte. Drei Jahre später wurde er zudem zum Patron der studierenden Jugend erhoben.

Der Leib des Heiligen ruht heute in der dem Gründer des Jesuitenordens Ignatius von Loyola (1491–1556; hl.) geweihten und 1650 fertig gestellten Kirche Sant’Ignazio in Rom – neben dem Jesuitenkolleg, wo man noch immer seine Zelle besichtigen kann. Sein Haupt wird in der Aloysius-Basilika (Basilica di San Luigi) in Castiglione delle Stiviere verehrt.

Darstellung: als junger Page oder Novize;  als Jesuit in Soutane und weißem Chorhemd

Attribute: Kreuz, Rosenkranz, Lilie (Symbol der Keuschheit), Geißel (Bußgesinnung) und Totenkopf (Sinnbild der Vergänglichkeit des Lebens); abgelegte Krone (symbolisiert den Verzicht auf sein Erbe)

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010