Heiligsprechung 1582
Patronat: Böhmen; der Prämonstratenser (Ordo Praemonstratensis/OPraem) und aller mit seinem Namen verbundenen Gemeinschaften; für eine glückliche Geburt
Norbert wurde um 1080/82 in Xanten (am Niederrhein, Nordrhein-Westfalen) als Sohn der Adelsfamilie von Gennep geboren. Da sein älterer Bruder erbberechtigt war, ließ ihn sein Vater Heribert – wie für zweite Söhne damals üblich – eine geistliche Laufbahn einschlagen. Als Subdiakon und Stiftsherr in Xanten, was ihm ein ausreichendes Einkommen garantierte, lebte er ein recht weltliches Leben am Hof des Erzbischofs Friedrich von Köln. Mit König Heinrich V. zog er nach Rom, wo dieser Papst Paschalis II. gefangen setzte, um seine Kaiserkrönung zu erzwingen. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland kam es zu einem plötzlichen Sinneswandel, als 1115 ein Blitz einschlug und Norbert vom Pferd warf. Obwohl nicht ernsthaft verletzt, lag er doch eine Weile in Ohnmacht. Er gab sein Amt auf, verschenkte seinen Besitz und ging in die Abtei Siegburg, wo deren Abt Kuno ihn in frommer Lebensführung unterwies. Im gleichen Jahr wurde er zum Priester geweiht und begann, in einfacher Kleidung als Bußprediger durch Flandern und den Hennegau zu ziehen. Ein Versuch, in seinem Xantener Kloster strengere Regeln einzuführen, scheiterte.
1118 besuchte er Papst Gelasius II. in der Provence (in St-Gilles bei Nîmes) und ließ sich von diesem mit einem Missionsauftrag ausstatten. Erneut misslang seine Absicht, Klosterregeln zu verschärfen, diesmal im Kollegiatsstift St. Martin in Laon (Nordfrankreich). In der Nähe gründete er daraufhin mit seinen Schülern ein eigenes Kloster nach der strengen Regel des Augustinus, das 1120/21 die Keimzelle des Prämonstratenserordens (auch »Norbertiner«) werden sollte. 1121 entstand ein zweites Kloster in Floreffe bei Naumur (heute Belgien). 1126 bestätigte Papst Honorius II. den Orden.
1124 ging Norbert auf Bitten des Bischofs von Cambrai nach Antwerpen, um die Anhänger des Häretikers Tanchelm zu bekämpfen, die er auch schnell wieder zur rechten Lehre zurückführen konnte. Die Leitung seines Ordens gab er ab, nachdem man ihn 1128 zum Erzbischof von Magdeburg berufen hatte. Im Büßerhemd, auf einem Esel reitend, kam er dort an und erfuhr ähnliche Schwierigkeiten wie zuvor in Xanten und Laon: Dem örtlichen Klerus war seine Amtsführung zu rigoros, seine Regelauslegung zu streng. Indem er viele Posten mit Mitgliedern seines Ordens neu besetzte, schuf er sich in den geschassten Geistlichen eine Menge Feinde. Es kam sogar zu einem Aufstand gegen ihn. Norbert musste Magdeburg eine Weile verlassen, doch man einigte sich am Schluss, und das Volk, das ihn zuvor mit Morddrohungen aus dem Bischofspalast vertrieben hatte, jubelte ihm bei seiner Wiederkehr frenetisch zu.
1129 wandelte Norbert ein bestehendes Stift in ein Prämonstratenserkloster um, das zum Ausgangspunkt der Missionierung der ostelbischen Gebiete werden sollte. Die damit geschaffene Infrastruktur ermöglichte später die deutsche Aufsiedlung, die mit der endgültigen Christianisierung oder Vertreibung der seit Jahrhunderten ansässigen slawischen Bevölkerung einherging.
König Lothar II. (Kaiser Lothar III., 1125–37) machte Norbert zum Erzkanzler des Reiches. Mit diesem zog er 1132/33 zur Kaiserkrönung nach Rom. Auf dem Rückweg erkrankte er an Malaria, an deren Folgen er am 6. Juni 1134 in Magdeburg verstarb. Man setzte ihn in der Magdeburger Ordenskirche bei. 1627 wurden seine Gebeine, um sie vor der Vernichtung im Dreißigjährigen Krieg zu retten, in die Prämonstratenserabtei Strahov bei Prag überführt. Auch die Prämonstratenser in Antwerpen bewahren Reliquien ihres Ordensgründers auf.
Norbert wurde 1582 von Papst Gregor XIII. heiliggesprochen.
Darstellung: als Erzbischof im Ornat oder im weißen Prämonstratenserhabit
Attribute: Mitra, Pallium, Kreuzstab (mit zwei Querbalken), Regelbuch, Monstranz oder Ziborium, Kelch mit Spinne (weil er aus Ehrfurcht vor dem Blut Christi eine während der Messe in den Kelch gefallene, damals für giftig gehaltene Spinne mitgetrunken haben soll, ohne Schaden zu nehmen), Friedenspalme (weil er viele Streitigkeiten schlichtete), gefesselter Teufel (Symbol für seine Teufelsaustreibungen)

Quelle: Herder-Verlag