Charles Joseph Eugène von Mazenod

Namenstage: Charles

Funktion: Heiliger, Ordensgründer, Bischof von Marseille

Gedenktag: 21. Mai

Seligsprechung 1975

Heiligsprechung 1995

Charles Joseph Eugène de Mazenod wurde am 1. August 1782 in Aix-en-Provence (Südfrankreich) als Sohn einer adeligen Familie geboren. Während der Revolution flohen seine königstreuen Eltern mit den Kindern nach Italien, wo sie bis 1802 in Venedig, Neapel, Palermo und anderen Städten im Exil lebten. Durch die ständigen Ortswechsel wurde auch Eugènes Ausbildung immer wieder unterbrochen. Nach der Rückkehr nach Frankreich unter Napoleon trat Eugène ins Seminar Saint Sulpice in Paris ein, studierte Theologie und wurde am 21. Dezember 1811 in Amiens zum Priester geweiht. Eugène war in der Provence als Volksmissionar und Gefängnisseelsorger tätig, predigte im provenzalischen Dialekt und kümmerte sich um die Armen. Er gründete einen Verein von Jünglingen, der als Ordensgemeinschaft der »Oblaten der unbefleckten Jungfrau Maria« (Oblati Mariae Immaculate, OMI) 1826 von Papst Leo XII. bestätigt wurde. Eugène wurde zum ersten Generaloberen der Gemeinschaft ernannt. In den folgenden Jahren bemühte sich Eugène um die Wiedererrichtung der Diözese Marseille, mit deren Leitung er 1837 als Bischof betraut wurde. Diese Funktion hatte er bis zu seinem Tod inne. Er gründete zahlreiche Pfarren im Bistum Marseille, ließ die Kathedrale und ein Priesterseminar erbauen und regte viele karitative Einrichtungen an. Neben seinen vielseitigen bischöflichen Pflichten blieb Eugène zeitlebens Oberer der Oblatengemeinschaft, die stetig wuchs und ab 1841 Missionare in verschiedene europäische Länder sowie nach Ceylon, Südafrika und Nordamerika schickte.

Am 21. Mai 1861 verstarb Bischof Eugène in Marseille. Er wurde am 19. Oktober 1975 von Papst Paul VI. selig-  und am 3. Dezember 1995 in Rom von Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen.

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010