Patronat: der Erstkommunikanten, Kinder, jungen Saat und der Blüten; gegen Meineid, Krämpfe, Kopfschmerzen
Pankratius wurde wohl um 290 in Phrygien (Kleinasien, heute Türkei) geboren und kam als Waise mit seinem Onkel nach Rom. Mit seinem geerbten Vermögen versuchte er heimlich, den verfolgten Christen dort zu helfen, und empfing schließlich selbst die Taufe. Man verriet ihn, und selbst seine Jugend (er war erst 14 Jahre alt) konnte seine öffentliche Enthauptung nicht verhindern. Seinen Leichnam warf man den Hunden vor, doch eine Christin barg ihn nachts und begrub ihn in den Katakomben an der Via Aurelia. Ebendort erbaute Papst Symmachus (498–514; hl.) um 500 eine Kirche, an deren Stelle heute San Pancrazio fuori le mura steht.
Als der ostfränkische König Arnulf von Kärnten am 12. Mai 896 Rom eroberte, um sich die Kaiserkrone aufsetzen zu lassen, und den Sieg seiner Fürbitte zu Pankratius zuschrieb, wurde dessen Verehrungskult auch in Deutschland populär.
Pankratius ist weithin bekannt als einer der fünf »Eisheiligen«, an deren Tagen (11.–15. Mai) es oft zu den letzten Frösten des Jahres kommt. Die anderen sind Mamertus, Servatius von Tongern, Bonifatius von Tarsus und Sophia von Rom (»Kalte Sophie«).
Der Volksmund beschreibt das so:
»Wenn’s an St. Pankratius gefriert, wird viel im Garten ruiniert.«
»Pankrazi, Servazi, Bonifazi, sind drei frostige Bazi, und am Schluss fehlt nie: die kalte
Sophie.«
Darstellung: als junger Mann in bürgerlicher Kleidung oder in Ritterrüstung
Attribute: Krone, Schwert, Palmzweig (Martyrium)

Quelle: Herder-Verlag