Coelestin I. wurde sechs Tage nach dem Tod von Papst Bonifatius I. (Heiliger) am 10. September 422 zu dessen Nachfolger geweiht. Wann und wo genau er geboren wurde, ist nicht bekannt, lediglich dass er aus der Campania, der Gegend um Neapel, stammte und vor seiner Wahl in Rom Erzdiakon war. Von Beginn an bemühte er sich, die Kirche von Irrlehren zu reinigen und ihre Autorität zu stärken. Er bekämpfte durch die Entsendung des Germanus von Auxerre (Heiliger) 429 nach England und des Palladius (Heiliger) 431 nach Irland mit Erfolg den immer wieder aufflackernden so genannten Pelagianismus, eine bereits 411 verurteilte Lehre des 418 in Afrika verstorbenen angelsächsischen Mönchs Pelagius, die die Erbsünden-, Gnaden- und Vorherbestimmungslehre des Augustinus von Hippo (354–430; Heiliger), die alle Entscheidungen in Gottes Hand legte, kritisierte.
430 verurteilte Coelestin I. auf einer römischen Synode zudem die Lehre des Nestorius, des Patriarchen von Konstantinopel (ab 1453 Istanbul) und großen Gegenspielers des Patriarchen Cyrillus von Alexandria (Heiliger), und auf dem dritten Ökumenischen Konzil von Ephesos in Kleinasien (heute Ruinenfeld bei Selçuk an der Ägäisküste der Westtürkei) im Jahr darauf setzten seine drei Gesandten durch, dass Nestorius abgesetzt und als Häretiker verdammt wurde, indem die Menschwerdung Gottes in Jesu Christi neu bekräftigt sowie Maria der Titel »Gottesmutter« zuerkannt wurde.
Coelestin I. starb am 27. Juli 432 in Romund hatte Sixtus III. zum Nachfolger (bis 440).
Coelestins Gebeine ruhen seit Anfang des 9. Jahrhunderts in der kleinen Kirche der Heiligen Praxedis (Santa Prassede) in Rom. Allerdings erhebt die norditalienische Stadt Mantua für ihre Hauptkirche denselben Anspruch.
Darstellung: in päpstlichen Gewändern
Attribute: Tiara, Kreuzstab (mit zwei oder drei Querbalken), Pallium, Schriftrolle mit den Worten »Ad Corinthios« (An die Korinther)

Quelle: Herder-Verlag