Quirinus von Neuß (von Rom)

Namenstage: Quirinus, Quirin

Funktion: Heilige, Märtyrer, einer der vier Heiligen Marschälle

Gedenktag: 30. März

in Neuß und Köln 30. April

Patronat: Neuß; der Ritter, Pferde, Rinder; gegen Pest, Pocken, Lähmungen, Rheumatismus, Gicht, Bein- und Fußleiden, Geschwüre, Hautkrankheiten, Knochenfraß, Kropf, Ohrenschmerzen, Augenleiden
zählt regional zu den Vierzehn Nothelfern

Quirinus war vermutlich Militärtribun; über sein Leben ist so gut wie nichts bekannt. Mit seiner Tochter Balbina ließ er sich von Papst Alexander I. (um 107–16; Heiliger) taufen, nachdem dieser das Mädchen von einer Halserkrankung geheilt hatte. Unter Kaiser Hadrian wurde er um 130 hingerichtet, zusammen mit seiner Tochter und anderen Christen – genannt werden Eventius, Theodolus, Hermes von Rom und Alexander.
Papst Leo IX. (Heiliger) schenkte seine Reliquien um 1050 seiner Schwester Gepa, Äbtissin im Kanonissenstift Neuß, wo man sie in der dafür gebauten Kirche St. Quirini aufbewahrte. Sein Kult erfuhr im Rheinland besonders im 13. Jahrhundert einen Aufschwung.
Der Heilige Quirinus wird regional auch zu den Vierzehn Nothelfern gezählt. Außerdem ist er einer der so genannten vier Heiligen Marschälle – neben Antonius dem Großen (um 251–356), dem Vater des christlichen Mönchtums, Papst Cornelius (251–53) und Bischof Hubertus von Lüttich (um 655–727). Man glaubte sie – wie weltliche Hofmarschälle vor dem Thron des Fürsten – besonders nahe bei Gott, weshalb ihre Fürbitte bei Seuchen und allen persönlichen Problemen als besonders wirksam galt. Man verehrte sie – vor allem im Rheinland – hauptsächlich vom 14. bis 17. Jahrhundert, aber auch heute wieder im Kölner Raum.

Darstellung: als römischer Soldat oder in Ritterrüstung

Attribute: Banner und Schild mit je neun Kugeln (als Wappen von Neuß; neun = lateinisch novem, davon abgeleitet Novaesium = Neuß); Palmzweig, Schwert, Habicht oder Hunde und abgeschnittene Zunge (Martyrium; seine Zunge soll von den Tieren nicht angerührt worden sein)

 

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010