Wolfram

Namenstage: Wolfram, Ulf

Funktion: Heiliger, Erzbischof von Sens, Glaubensbote in Friesland, Mönch

Gedenktag: 20. März

Patronat: Abbeville (Normandie); gegen die Gefahren des Meeres

Wolfram wurde im 7. Jahrhundert in Frankreich als Sohn eines Feldherrn unter König Chlodwig II. geboren. Am fränkischen Hof genoss er eine Erziehung zum Geistlichen und wurde zum Priester geweiht. Seine Besitztümer in Maurilly (Normandie) übertrug Wolfram der Abtei Fontenelle (der heutigen Benediktinerabtei Saint-Wandrille in der Normandie).
Um 690 wurde er zum Erzbischof von Sens (südlich von Paris) ernannt, legte diese Würde jedoch nach einigen Jahren nieder, um sich gemeinsam mit Willibrord (658–739; Heiliger) und in Begleitung etlicher Mönche aus Fontenelle der Bekehrung der Friesen zum christlichen Glauben zu widmen. Der Überlieferung zufolge soll Wolfram an der Missionierung des Friesenkönigs Radbod (679–719) gescheitert sein. Dieser wollte nämlich wissen, ob auch seine ungetauften Vorfahren Eingang ins Himmelreich gefunden hätten, was Wolfram verneinte. Daraufhin soll Radbod im letzten Moment die Taufe verweigert haben.
Im Alter kehrte Wolfram nach Fontenelle zurück, wo er als einfacher Mönch lebte und an einem 20. März um 700 verstarb. Der Hauptteil seiner Reliquien wurde Mitte des 11. Jahrhunders in die St.-Vulfran-Kirche von Abbeville (nördlich von Rouen unweit der Mündung der Somme in den Ärmelkanal) übertragen.

Darstellung: im Bischofsornat mit einem kleinen König, der einem Taufbecken entsteigt (Friesenkönig Radbod)

Attribute: Mitra, Stab

 

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010