Alexius (Alexos) von Edessa

Namenstage: Alexius

Funktion: Heiliger, Eremit

Gedenktag: 17. Juli

Patronat: Innsbruck; der Alexianer, Pilger, Bettler, Vagabunden, Kranken und Gürtler; gegen Erdbeben, Blitzschlag und Unwetter, Pest und andere Seuchen

Gemäß einer Mitte des 5. Jahrhunderts in Syrien entstandenen Legende war Alexius der Sohn eines römischen Senators, der in der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts am Tag seiner erzwungenen Hochzeit seine Frau verließ (nachdem sie sich gegenseitig als Christen Keuschheit geschworen hatten). Er pilgerte ins Heilige Land und weiter nach Nordsyrien, wo er bei Edessa, dem heutigen Urfa (Südosttürkei), bis zu seinem Tod als Eremit in äußerster Armut lebte und vom Volk als »Gottesmann « verehrt wurde. Der Kult kam im 10. Jahrhundert nach Rom, wo eine andere Legende entstand, nach der Alexius nach 17 Jahren aus Edessa nach Rom ins Elternhaus zurückkehrte und dort unerkannt als Bettler weitere 17 Jahre bis zu seinem Tod am 17. Juli 417 unter der Kellertreppe lebte. Durch einen hinterlassenen, vom Papst entzifferten Brief wurde seine Identität bekannt. Nachdem durch Berühren des Leichnams mehrere wundersame Heilungen geschehen waren, wurde er in der Kirche des Heiligen Bonifatius (Papst Bonifatius I., 418–22) mit großen Ehren bestattet. Alexius gehört seit Alters her zu den meistverehrten Heiligen. Reliquien liegen in Rom, Prag und vielen anderen Orten. Eine um 1350 gegründete katholische Brüdergenossenschaft zur Pflege von Geistesschwachen und Kranken nannte sich nach ihm »Alexianer«. Das Leben des Heiligen war aber auch ein beliebtes Thema für Dichter. 1632 komponierte der Italiener Stefano Landi (1585–1639) die Oper »Il Sant’Alessio« zu einem Libretto von Giulio Rospigliosi, dem späteren Papst Clemens IX. (1667–69), die 1977 bei den Salzburger Festspielen wieder aufgeführt wurde.

Darstellung: als Pilger oder Eremit, als Bettler unter einer Treppe liegend

Attribute: Buch oder Schriftrolle, Pilgerstab, Wasserkübel

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010