Zacharias, um 690 in Kalabrien geboren, war griechischer Herkunft. Nach seiner Wahl zum Papst (3. Dezember 741) orientierte er seine Politik zunächst weiter an Byzanz. So meldete er (als letzter Papst) seine Erhebung an den oströmischen Kaiser Konstantin V. Kopronymos und sandte Anastasios, dem Patriarchen von Konstantinopel, seine Synodika (das Einstandsschreiben).
Von hoher Bildung und ruhigem, freundlichen Wesen, war Zacharias bei den Römern schnell beliebt, die besonders seine Barmherzigkeit und Mildtätigkeit schätzten. Den in weiten Teilen Italiens herrschenden Langobarden verlangte er erfolgreich die Rückgabe großer Gebiete des Patrimonium Petri (Territorien der Römischen Kirche) und von Ravenna ab, das offiziell noch zum Byzantinischen Reich gehörte. Zehn Jahre lang herrschte Frieden, erst der neue Langobardenkönig Aistulf bedrohte 751 wieder Ravenna und später Rom.
Wie seine Vorgänger Gregor II. (Mai 715 bis Februar 731; Heiliger) und Gregor III. (März 731 bis 28. November 741; Heiliger) legteZacharias zunehmend Wert auf gute Beziehungen zum Frankenreich, dessen Wichtigkeit für die Westkirche in Abgrenzung von Byzanz er wohl erkannte. Er förderte die Missionstätigkeit des Bonifatius in Germanien, bestätigte dessen Bistumsgründungen Büraburg und Würzburg und weitete 744 dessen Zuständigkeit auf die gesamte fränkische Kirche aus. Sein Arm reichte bis nach Britannien, wo er die Christianisierung des sächsischen Königreiches Mercien unterstützte, und Spanien. Hier ordnete er zur Finanzierung der von Alfons I. von Asturien begonnenen Reconquista (Vertreibung der Mauren) eine Sondersteuer an.
Als der fränkische Hausmeier Pippin III. 751 den letzten Merowinger, den Frankenkönig Childerich III., absetzte, um die Regentschaft der Hausmeier endlich auch offiziell sanktionieren zu lassen, segnete Zacharias dieses – juristisch fragwürdige – Vorgehen ab und bestätigte ihn als König. Es war dies die erste Amtseinsetzung eines weltlichen Herrschers durch einen Papst.
Zacharias starb am 15. März 752 und wurde im Petersdom begraben. Sein Nachfolger wurde Stephan II. (26. März 752 bis 26. April 757).
Darstellung: im Papstgewand
Attribute: Tiara, Kreuzstab (mit drei Querbalken), Buch, Taube mit Ölzweig im Schnabel

Quelle: Herder-Verlag