Der um 770 im ostfränkischen Maingau als Sohn einer adligen Familie geborene Einhard erhielt seine schulische Erziehung zunächst im Kloster Fulda, wo er mehrere Jahre als Urkundenschreiber tätig war. 794 setzte er als Schüler Alkuins von York (um 730–804; Heiliger) seine Ausbildung an der Hofschule in Aachen fort und fand dort bald Aufnahme in den engsten Kreis um Karl den Großen (König ab 768, Kaiser 800–14; Heiliger).
Dank seiner ausgezeichneten Fähigkeiten wurde er zum Leiter der kunstgewerblichen Hofwerkstätten und zum Aufseher der kaiserlichen Bauten ernannt. So war Einhard mit der Errichtung des Aachener Doms, der Pfalzen zu Ingelheim und zu Aachen sowie der Brücke zu Mainz betraut. Als engster Vertrauter von Karl dem Großen begleitete er ihn auf seinen Reisen und wurde 806 nach Rom gesandt, um das Einverständnis von Papst Leo III. (Heiliger) zu dem vom Kaiser beschlossenen Reichsteilungsgesetz (zugleich Nachfolgeregelung) einzuholen. Es wird gemutmaßt, dass Einhard auch großen Einfluss auf die Abfassung des kaiserlichen Testaments hatte.
Kaiser Ludwig I. der Fromme (813–40), Sohn und Nachfolger Karls des Großen, berief Einhard zum Berater und vertraute ihm sieben bedeutende Klöster an, denen Einhard als Laienabt vorstand. 827 ließ Einhard die in seinem Auftrag in Rom entwendeten Gebeine der Märtyrer Marcellinus und Petrus (gestorben 304 während der letzten großen Christenverfolgung) in die von ihm gegründete Einhards-Basilika in Steinbach im Odenwald überführen. Später übertrug er sie in seine zweite Gründung, die Benediktinerabtei in Obermühlheim, das dank der Reliquien später in Seligenstadt umbenannt wurde. Um 830 zog sich Einhard mit seiner Gemahlin Imma in das Kloster Seligenstadt zurück, wo er am 14. März 840 starb. Seine Gebeine ruhen seither – gemeinsam mit jenen seiner Frau – in der Basilika des Klosters Seligenstadt, der größten erhaltenen Basilika der Karolingerzeit.
Als Hauptwerk Einhards ist uns die »Vita Karoli Magni« erhalten, die einzige zeitgenössische Biographie Karls des Großen, im sprachlich eleganten Stil der antiken Kaiserbiographien des römischen Historikers Sueton verfasst. Auch wenn die Bewunderung des Autors allerhand verfälscht oder beschönigt, so gibt das Werk doch tiefen Einblick in Leben und Charakter von Karl dem Großen und war für die spätere Geschichtsschreibung von großer Bedeutung. Um das Andenken an Einhard und sein Werk aufrechtzuerhalten, verleiht die Einhard-Stiftung zu Seligenstadt seit 1999 alle zwei Jahre den Einhard-Preis für biographische Literatur.
Darstellung: als Schreiber
Attribut: Buch

Quelle: Herder-Verlag